Businessplan erstellen: Aufbau, Inhalte und praktische Tipps
Stand: September 2026
Eine gute Geschäftsidee ist der Anfang – aber erst ein durchdachter Businessplan zeigt, wie daraus ein funktionierendes Unternehmen entstehen kann. Der Businessplan hilft Ihnen dabei, Ihre Idee zu strukturieren, Ihre Zielgruppe zu definieren, den Markt einzuschätzen und zu berechnen, ob sich Ihr Vorhaben wirtschaftlich tragen kann. Gleichzeitig wird er häufig benötigt, wenn Sie beispielsweise einen Gründungszuschuss beantragen, eine Tragfähigkeitsbescheinigung benötigen oder eine Finanzierung planen.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie ein Businessplan aufgebaut ist, welche Inhalte hineingehören und worauf Sie bei der Erstellung besonders achten sollten.
Was ist ein Businessplan?
Ein Businessplan beschreibt Ihr geplantes Unternehmen sowohl inhaltlich als auch finanziell.
Er beantwortet im Kern drei Fragen:
Was möchten Sie anbieten?
Wie wollen Sie damit Kunden gewinnen?
Kann daraus ein wirtschaftlich tragfähiges Unternehmen entstehen?
Dabei ist ein Businessplan nicht nur ein Dokument für Banken, Behörden oder andere externe Stellen. Vor allem ist er ein Werkzeug für Sie selbst. Beim Schreiben werden häufig Fragen sichtbar, die vorher noch nicht vollständig geklärt waren: Wie groß ist meine Zielgruppe? Wie erreiche ich sie? Welche Preise brauche ich? Wie viele Kunden benötige ich? Welche laufenden Kosten entstehen? Genau deshalb lohnt es sich, den Businessplan nicht als reine Formalität zu betrachten.
Wann brauche ich einen Businessplan?
Ein Businessplan kann in unterschiedlichen Situationen erforderlich oder sinnvoll sein.
Besonders relevant ist er beispielsweise bei:
- der Vorbereitung einer Existenzgründung,
- einem Antrag auf Gründungszuschuss,
- der Beantragung einer Tragfähigkeitsbescheinigung,
- Gesprächen mit Banken oder möglichen Finanzierungspartnern,
- der Suche nach Investoren,
- der Planung größerer Investitionen oder
- der eigenen strategischen Vorbereitung.
Auch wenn niemand ausdrücklich einen Businessplan von Ihnen verlangt, kann er dabei helfen, Fehlentscheidungen vor der eigentlichen Gründung zu erkennen.
Wie ist ein Businessplan aufgebaut?
Es gibt nicht den einen Aufbau, der für jede Gründung zwingend vorgeschrieben ist. Ein sinnvoller Businessplan besteht jedoch typischerweise aus einem Textteil und einer Finanzplanung. Entscheidend ist, dass ein Außenstehender Ihr Vorhaben verstehen und nachvollziehen kann, wie daraus ein wirtschaftlich tragfähiges Unternehmen entstehen soll.
Am Anfang steht meist eine kurze Zusammenfassung Ihrer Geschäftsidee. Sie beschreibt, was Sie anbieten, welche Zielgruppe Sie ansprechen, welches Problem Sie lösen und wodurch sich Ihr Unternehmen vom Wettbewerb unterscheidet. Obwohl diese Zusammenfassung am Anfang des Businessplans steht, lässt sie sich häufig am besten ganz zum Schluss schreiben – wenn das gesamte Geschäftsmodell bereits ausgearbeitet ist.
Anschließend geht es um Sie als Gründerin oder Gründer. Welche beruflichen Erfahrungen, Qualifikationen und Branchenkenntnisse bringen Sie mit? Warum sind gerade Sie geeignet, dieses Unternehmen aufzubauen? Fehlende Kenntnisse sind dabei nicht automatisch ein Problem. Wichtig ist vielmehr, dass Sie diese erkennen und wissen, wie Sie entsprechende Lücken schließen können.
Den Kern des Businessplans bilden Ihre Geschäftsidee und Ihr Angebot. Beschreiben Sie möglichst konkret, welche Produkte oder Dienstleistungen Sie anbieten, welchen Nutzen Ihre Kunden davon haben und wie Sie damit Umsatz erzielen möchten. Statt allgemein zu schreiben, dass Sie beispielsweise „Unternehmen im Marketing unterstützen“, sollte deutlich werden, wen Sie wobei unterstützen und welche konkrete Leistung Kunden bei Ihnen kaufen können.
Ebenso wichtig ist Ihre Zielgruppe. Wer benötigt Ihr Angebot? Welches Problem oder welchen Wunsch haben diese Menschen oder Unternehmen – und warum sollten sie dafür bezahlen? Je genauer Sie Ihre potenziellen Kunden verstehen, desto gezielter können Sie später Ihr Angebot, Ihre Preise und Ihre Kommunikation darauf ausrichten.
Darauf folgt der Blick auf Markt und Wettbewerb. Welche Nachfrage besteht für Ihr Angebot? Wie entwickelt sich der Markt? Wer sind Ihre wichtigsten Wettbewerber und wie positionieren diese sich? Konkurrenz ist dabei nicht grundsätzlich negativ – sie kann vielmehr zeigen, dass für eine Leistung bereits Nachfrage vorhanden ist. Entscheidend ist die Frage, warum sich Kunden am Ende für Ihr Angebot entscheiden sollen.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist Ihre Strategie für Marketing und Kundengewinnung. Eine gute Geschäftsidee allein führt schließlich noch nicht zu Aufträgen. Beschreiben Sie deshalb konkret, wie potenzielle Kunden auf Ihr Unternehmen aufmerksam werden sollen. Je nach Geschäftsmodell können beispielsweise die eigene Website, Suchmaschinen, Social Media, bezahlte Werbung, Empfehlungen, Kooperationen oder Direktvertrieb eine Rolle spielen. Dabei ist ein realistischer Plan für wenige passende Kanäle meist überzeugender als eine lange Liste sämtlicher Marketingmöglichkeiten.
Eng damit verbunden sind Preisgestaltung und Geschäftsmodell. Ihr Businessplan sollte zeigen, was Ihre Leistungen kosten und wie daraus ausreichend Umsatz entsteht. Wenn eine Dienstleistung beispielsweise 1.000 Euro kostet und Sie monatlich 5.000 Euro Umsatz benötigen, brauchen Sie rechnerisch fünf entsprechende Aufträge. Anschließend muss die Planung beantworten, ob diese fünf Kunden mit Ihrer vorgesehenen Marketing- und Vertriebsstrategie realistisch erreichbar sind. Genau an dieser Stelle greifen Businessplan und Finanzplanung ineinander.
Abschließend sollten Sie beschreiben, wie Ihr Unternehmen organisiert wird. Dazu können beispielsweise Rechtsform, Standort, Räume, Mitarbeitende, externe Dienstleister, technische Ausstattung, Software, Versicherungen oder notwendige Genehmigungen gehören. Der Umfang dieses Abschnitts hängt stark von Ihrem Vorhaben ab.
Auch Chancen und Risiken gehören zu einer realistischen Planung. Ein überzeugender Businessplan versucht nicht, mögliche Schwierigkeiten zu verstecken. Er zeigt vielmehr, dass Sie diese erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeplant haben. Wenn beispielsweise in den ersten Monaten weniger Kunden gewonnen werden als erwartet, sollte klar sein, wie Sie darauf reagieren können – etwa durch zusätzliche Vertriebsaktivitäten, Anpassungen Ihres Angebots oder eine ausreichende Liquiditätsreserve.
Welche Zahlen gehören in einen Businessplan?
Neben dem Textteil gehört zu einem vollständigen Businessplan auch eine Finanzplanung. Sie zeigt, ob Ihre Geschäftsidee nicht nur inhaltlich überzeugt, sondern auch wirtschaftlich funktionieren kann. Der genaue Aufbau hängt dabei von Ihrem Vorhaben und dem Zweck des Businessplans ab.
Zu Beginn wird der Kapitalbedarf betrachtet. Hier halten Sie fest, welche einmaligen Ausgaben für den Start notwendig sind – beispielsweise für technische Ausstattung, Maschinen, Einrichtung, ein Fahrzeug, die Website, einen ersten Warenbestand oder andere Gründungskosten. Anschließend wird in der Finanzierungsplanung dargestellt, woher das dafür benötigte Kapital kommen soll. Das können beispielsweise Eigenkapital, Darlehen oder geeignete Fördermittel sein.
Ein besonders wichtiger Bestandteil ist die Umsatzplanung. Dabei sollten Umsätze nicht einfach geschätzt, sondern möglichst nachvollziehbar hergeleitet werden. Statt beispielsweise lediglich mit 100.000 Euro Jahresumsatz zu planen, sollte erkennbar sein, wie dieser Betrag zustande kommt. Bei acht Aufträgen pro Monat zu jeweils 1.000 Euro ergibt sich beispielsweise ein geplanter Jahresumsatz von 96.000 Euro. So lässt sich anschließend auch besser beurteilen, ob die dafür notwendige Anzahl an Kunden realistisch erreicht werden kann.
Den geplanten Umsätzen stehen die laufenden Kosten des Unternehmens gegenüber. Dazu können unter anderem Miete, Versicherungen, Software, Marketing, Personal, Steuerberatung, Fahrzeuge oder der Wareneinsatz gehören. In der Rentabilitätsplanung werden Einnahmen und Ausgaben schließlich zusammengeführt. Sie soll zeigen, ob das Unternehmen langfristig ausreichend Gewinn erwirtschaften kann.
Zusätzlich spielt die Liquiditätsplanung eine wichtige Rolle. Denn ein Unternehmen kann auf dem Papier profitabel sein und trotzdem vorübergehend zu wenig Geld auf dem Konto haben. Entscheidend ist deshalb nicht nur, wie hoch Einnahmen und Ausgaben sind, sondern auch wann Geld tatsächlich eingeht und wann Rechnungen bezahlt werden müssen. Gerade in der Anfangsphase sollte daher eine ausreichende Liquiditätsreserve eingeplant werden.
Wie lang sollte ein Businessplan sein?
Ein kleines Dienstleistungsunternehmen benötigt meist keinen 80-seitigen Businessplan. Ein kapitalintensives Vorhaben mit Mitarbeitenden, Räumlichkeiten und hohen Investitionen muss dagegen möglicherweise wesentlich detaillierter geplant werden.
Der Businessplan sollte deshalb:
so ausführlich wie nötig und so kompakt wie möglich sein.
Entscheidend ist nicht die Anzahl der Seiten, sondern ob ein Außenstehender nachvollziehen kann:
Was ist geplant, warum kann es funktionieren und wie sehen die wirtschaftlichen Voraussetzungen aus?
Die häufigsten Fehler im Businessplan
Einige Fehler sehen wir bei der Vorbereitung von Gründungen immer wieder.
Die Zielgruppe ist zu allgemein
„Privatkunden zwischen 18 und 80 Jahren“ hilft für eine konkrete Marketingstrategie kaum weiter.
Die Umsatzplanung basiert auf Wunschzahlen
Umsätze sollten möglichst aus Preisen und realistischen Verkaufsmengen hergeleitet werden.
Marketing wird auf „Social Media“ reduziert
Die Aussage „Kunden werden über Instagram gewonnen“ ist noch keine Strategie. Entscheidend ist, wie Interessenten erreicht und anschließend zu Kunden werden sollen.
Der Wettbewerb wird unterschätzt
„Es gibt keine Konkurrenz“ ist nur sehr selten tatsächlich ein Vorteil – und häufig schlicht nicht richtig.
Private und betriebliche Zahlen werden nicht zusammengedacht
Ihr Unternehmen muss langfristig nicht nur seine betrieblichen Kosten tragen, sondern Ihnen auch ermöglichen, Ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.
Text und Finanzplanung widersprechen sich
Wenn Sie beispielsweise im Text fünf Mitarbeitende planen, in der Finanzplanung aber keinerlei Personalkosten auftauchen, ist der Businessplan nicht schlüssig.
Kann ich einen Businessplan selbst erstellen?
Ja. Gerade als Gründerin oder Gründer sollten Sie Ihr Geschäftsmodell und die dahinterstehenden Zahlen selbst verstehen. Das bedeutet allerdings nicht, dass Sie sämtliche Fragen alleine beantworten müssen. Professionelle Unterstützung kann besonders sinnvoll sein, wenn Sie zum ersten Mal gründen oder bei Themen wie Finanzplanung, Marktanalyse, Marketing oder Fördermöglichkeiten noch unsicher sind. Im AVGS-Gründungscoaching entwickeln wir den Businessplan deshalb gemeinsam mit Ihnen. Das Ziel ist nicht, Ihnen einfach ein fertiges Dokument zu übergeben. Sie sollen am Ende verstehen, warum Ihr Geschäftsmodell funktioniert, welche Annahmen hinter Ihren Zahlen stehen und wie Sie die geplanten Kunden tatsächlich gewinnen können.
Brauche ich für den Gründungszuschuss einen Businessplan?
Wenn Sie einen Gründungszuschuss beantragen möchten, müssen Sie die Tragfähigkeit Ihrer geplanten Selbstständigkeit nachweisen. Für die Stellungnahme einer fachkundigen Stelle werden dafür unter anderem eine Beschreibung des Existenzgründungsvorhabens, Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan sowie Umsatz- und Rentabilitätsvorschau benötigt. Auch Lebenslauf und Qualifikationsnachweise gehören zu den von der Bundesagentur genannten Unterlagen. Ein sorgfältig ausgearbeiteter Businessplan ist deshalb ein zentraler Bestandteil der Vorbereitung.
→ Gründungszuschuss beantragen: Voraussetzungen, Höhe und Ablauf
Businessplan und AVGS-Gründungscoaching
Wenn Sie arbeitslos, arbeitssuchend oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind und eine Selbstständigkeit planen, kann unter bestimmten Voraussetzungen ein AVGS-Gründungscoaching infrage kommen. Mit einem entsprechenden Gutschein können Maßnahmen gefördert werden, die an eine selbstständige Tätigkeit heranführen. Die Entscheidung über die Förderung trifft Ihre zuständige Agentur für Arbeit beziehungsweise Ihr Jobcenter im Einzelfall. Im Coaching kann dabei nicht nur der Businessplan entstehen.
Je nach individuellem Bedarf können wir gemeinsam beispielsweise an folgenden Themen arbeiten:
Geschäftsmodell → Businessplan → Finanzplanung → Marketing → Kundengewinnung → Website → E-Commerce → Digitalisierung & KI
Damit wird aus dem Businessplan nicht nur ein Dokument für den Antrag, sondern ein konkreter Fahrplan für Ihre Gründung.
Fazit: Ein guter Businessplan muss vor allem realistisch sein
Ein überzeugender Businessplan braucht keine komplizierten Formulierungen.
Er muss verständlich zeigen:
Was Sie anbieten.
Wer Ihre Kunden sind.
Warum diese Kunden bei Ihnen kaufen sollen.
Wie Sie sie erreichen.
Was Ihr Unternehmen kostet.
Und ob sich Ihre Selbstständigkeit wirtschaftlich tragen kann.
Wenn diese Punkte nachvollziehbar zusammenpassen, haben Sie nicht nur ein gutes Dokument für Förderstellen, Banken oder fachkundige Stellen. Sie haben vor allem selbst einen deutlich klareren Plan für Ihre Gründung.
Sie möchten Ihren Businessplan nicht alleine erstellen?
Im AVGS-Gründungscoaching entwickeln wir Ihr Vorhaben gemeinsam mit Ihnen – von der Geschäftsidee und Finanzplanung bis zu Marketing, Website und Kundengewinnung.
Kostenlos prüfen, ob eine Förderung für Sie infrage kommt →
