Firmenkompass

Businessplan erstellen: Aufbau, Inhalte und praktische Tipps

Ein guter Businessplan zeigt in klaren Worten und nachvollziehbaren Zahlen, wie deine Idee zu einem Unternehmen wird, das dich ernährt. Hier gehst du Kapitel für Kapitel durch, lernst den Zahlenteil kennen und erfährst, wie du deinen Businessplan mit AVGS gemeinsam mit einem Coach erstellst.

Das Wichtigste in Kürze

10 Kapitel
bewährte Gliederung für den Textteil
3 Jahre
Umsatz­planung und Rentabilitätsvorschau
12 Monate
Liquiditäts­planung mindestens
  • Zwei Teile: Ein Businessplan besteht aus Textteil (Idee, Markt, Marketing, Organisation) und Zahlenteil (Kapitalbedarf, Finanzierung, Rentabilität, Liquidität).
  • Für Förderung Pflicht: Ohne Businessplan keine Tragfähigkeits­bescheinigung und damit kein Gründungszuschuss.
  • Realismus schlägt Optik: Umsätze müssen aus Preis und Menge hergeleitet sein, Text und Zahlen müssen zusammenpassen.
  • Mit AVGS erstellen: Im AVGS Gründercoaching erarbeitest du den Plan mit einem festen Coach, bei Bewilligung ohne Eigenanteil.

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Inhalt dieser Seite

Wofür brauchst du einen Businessplan?

Ein Businessplan beschreibt dein geplantes Unternehmen inhaltlich und finanziell. Er beantwortet drei Fragen: Was bietest du an? Wie gewinnst du Kunden? Und kann daraus ein Unternehmen entstehen, das dich dauerhaft ernährt?

Gebraucht wird er in vielen Situationen: für den Antrag auf Gründungszuschuss oder Einstiegsgeld, für die fachkundige Stellungnahme, für Bankgespräche und Förderkredite oder für Investoren. Der wichtigste Leser bist aber du selbst. Beim Schreiben tauchen Fragen auf, die du vorher nicht beantwortet hattest: Welche Preise brauche ich? Wie viele Kunden pro Monat? Was kostet mich der Betrieb wirklich? Genau dafür lohnt sich die Arbeit, auch wenn niemand den Plan von dir verlangt.

Wie ist ein Businessplan aufgebaut?

Einen gesetzlich vorgeschriebenen Aufbau gibt es nicht. Bewährt hat sich die Gliederung, mit der wir im Coaching arbeiten. Sie deckt alles ab, was Agentur, Jobcenter, fachkundige Stelle und Bank sehen wollen.

1. Zusammenfassung (Executive Summary)

Eine Seite, die dein Vorhaben auf den Punkt bringt: Angebot, Zielgruppe, Nutzen, Kapitalbedarf, Finanzierung und erwarteter Umsatz im ersten Jahr. Sie steht vorn, schreibst du aber am besten zuletzt.

2. Gründerperson

Welche Ausbildung, Berufserfahrung und Branchenkenntnis bringst du mit? Warum bist gerade du die richtige Person? Fehlendes Wissen ist kein Ausschlussgrund, wenn du zeigst, wie du die Lücke schließt, zum Beispiel mit Weiterbildung, Partnern oder Coaching.

3. Geschäftsidee und Angebot

Beschreibe konkret, was Kunden bei dir kaufen. Nicht „Ich unterstütze Unternehmen im Marketing“, sondern „Ich betreue Social-Media-Kanäle für Handwerksbetriebe im Raum Kassel, Paket ab 490 € im Monat“. Je klarer das Angebot, desto leichter der Rest.

4. Zielgruppe und Kundennutzen

Wer braucht dein Angebot, welches Problem löst du, und warum zahlt jemand dafür? „Alle zwischen 18 und 80“ ist keine Zielgruppe. Beschreibe zwei oder drei Kundengruppen so genau, dass du weißt, wo du sie findest.

5. Markt und Wettbewerb

Wie groß ist die Nachfrage in deinem Einzugsgebiet, wer sind deine fünf wichtigsten Wettbewerber, was kosten sie, wo bist du anders? Konkurrenz ist kein schlechtes Zeichen, sie beweist, dass es Nachfrage gibt. „Es gibt keine Konkurrenz“ stimmt dagegen fast nie.

6. Marketing und Vertrieb

Wie werden Interessenten auf dich aufmerksam, und wie machst du aus ihnen zahlende Kunden? Website, Google-Profil, Empfehlungen, Kooperationen, Direktvertrieb, Social Media: Lieber drei Kanäle mit Plan als zehn ohne. Hierher gehört auch deine Preiskalkulation.

7. Organisation und Rechtsform

Rechtsform, Standort, Ausstattung, Mitarbeitende, Partner, Versicherungen, Genehmigungen. Bei Handwerk und Gastronomie besonders wichtig: Meisterpflicht, Konzession, Hygieneauflagen.

8. Chancen und Risiken

Eine SWOT-Analyse oder eine ehrliche Liste der Risiken mit Gegenmaßnahmen. Wer Risiken benennt und einen Plan B hat, wirkt glaubwürdiger als jemand, der nur Chancen sieht.

9. Meilensteine und Kennzahlen

Was passiert in den ersten zwölf Monaten, woran misst du, ob du auf Kurs bist? Zum Beispiel Kundenzahl, Auftragswert, Auslastung.

10. Anlagen

Lebenslauf, Zeugnisse, Qualifikationsnachweise, Angebote für Anschaffungen, Mietvertrag, Absichtserklärungen von Kunden.

Eine Gliederung mit Leitfragen zu jedem Kapitel bekommst du mit unserer kostenlosen Businessplan-Vorlage. Im Coaching ist der Textteil Gegenstand von Modul 2: Businessplan Text.

Wie viel Platz welches Kapitel braucht

Als grobe Orientierung für eine kleine Dienstleistung oder ein Handwerk, ohne Finanztabellen und Anlagen:

KapitelUmfang
Zusammenfassungeine Seite
Gründerpersonein bis zwei Seiten
Geschäftsidee, Angebot, Zielgruppezwei bis vier Seiten
Markt und Wettbewerbzwei bis drei Seiten
Marketing und Vertriebein bis zwei Seiten
Organisation, Rechtsform, Chancen und Risiken, Meilensteinezwei bis drei Seiten

Mehr Seiten machen einen Plan nicht besser. Was nicht zum Verständnis deines Vorhabens beiträgt, gehört in den Anhang oder fällt weg.

Welche Zahlen gehören in den Businessplan?

Der Zahlenteil entscheidet, ob dein Plan trägt. Die Bundesagentur nennt für die fachkundige Stelle ausdrücklich den Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan sowie die Umsatz- und Rentabilitätsvorschau. Dazu kommt die Liquiditätsplanung.

PlanWas er zeigtTypischer Zeitraum
KapitalbedarfsplanAlle einmaligen Ausgaben für den Start plus Anlaufkosten und ReserveGründungsphase
FinanzierungsplanWoher das Geld kommt: Eigenmittel, Darlehen, ZuschüsseGründungsphase
UmsatzplanungPreis mal Menge, Monat für Monat3 Jahre
RentabilitätsvorschauUmsatz minus Kosten, Gewinn vor Steuern, Unternehmerlohn3 Jahre
LiquiditätsplanungWann Geld tatsächlich ein- und ausgeht, Kontostand je Monatmindestens 12 Monate

Kapitalbedarf und Finanzierung

Liste alles auf, was du vor dem ersten Umsatz brauchst: Ausstattung, Fahrzeug, Werkzeug, Website, Warenbestand, Kaution, Gründungskosten. Plane zusätzlich Anlaufkosten für die ersten Monate und eine Reserve ein. Zur Orientierung: In den Plänen unserer Gründerinnen und Gründer liegt der Kapitalbedarf für Beratung oder Kreativarbeit aus dem Homeoffice meist bei 1.000 bis 10.000 €, im Handwerk mit Fahrzeug bei 10.000 bis 25.000 € und bei einem Laden mit Ausbau bei 40.000 bis 100.000 €. Das sind Planwerte, keine Richtwerte für dein Vorhaben.

Rentabilität

Leite deinen Umsatz her, statt ihn zu schätzen. Acht Aufträge im Monat zu je 1.000 € ergeben 96.000 € im Jahr, und dann fragst du: Sind acht Aufträge mit meinem Marketing realistisch? Ziehe alle laufenden Kosten ab, von Miete über Versicherungen und Software bis Steuerberatung. Was übrig bleibt, muss deinen Lebensunterhalt, deine Krankenversicherung und deine Altersvorsorge decken.

Liquidität

Ein Unternehmen kann auf dem Papier Gewinn machen und trotzdem pleitegehen, weil Kunden spät zahlen und Rechnungen früh fällig sind. Die Liquiditätsplanung zeigt Monat für Monat, ob dein Konto im Plus bleibt. Den Zahlenteil erarbeitest du im Coaching in Modul 3: Businessplan Zahlen.

Was prüfen Agentur, Jobcenter und Bank?

Für den Gründungszuschuss prüft zuerst die fachkundige Stelle. Der Vordruck der Bundesagentur fragt, ob du fachlich und kaufmännisch geeignet bist, ob nötige Zulassungen vorliegen, ob dein Angebot konkurrenzfähig ist, ob Umsatz, Ergebnis und Kapitalbedarf realistisch eingeschätzt sind und ob das Einkommen voraussichtlich zum Leben reicht. Danach entscheidet die Agentur im Einzelfall, ein Rechtsanspruch besteht nicht. Mehr dazu im Ratgeber Tragfähigkeits­bescheinigung.

Banken achten zusätzlich auf Eigenkapital, Sicherheiten und die Frage, ob der Kredit aus dem laufenden Geschäft zurückgezahlt werden kann. Beide wollen dasselbe sehen: einen Plan, den du im Gespräch selbst erklären kannst.

Ein Plan, verschiedene Leser

Du brauchst keinen eigenen Businessplan für jede Stelle. Es lohnt sich aber, je nach Leser andere Schwerpunkte zu setzen, vor allem in der Zusammenfassung:

  • Agentur für Arbeit und Jobcenter: deine Qualifikation, die Tragfähigkeit und warum die Gründung dich dauerhaft aus dem Leistungsbezug führt.
  • Bank und Förderkredit: Kapitalbedarf, Eigenanteil, Sicherheiten und die Rückzahlung aus dem laufenden Geschäft.
  • Investoren: Marktgröße, Wachstum und wie sich das Geschäft vergrößern lässt.

Die Zahlen bleiben dabei dieselben. Wer für die Bank andere Umsätze angibt als für die Agentur, verliert Glaubwürdigkeit.

Welche Fehler machen Businesspläne angreifbar?

Angreifbar wird ein Businessplan vor allem durch Wunschumsatz ohne Herleitung, eine zu breite Zielgruppe, unterschätzten Wettbewerb, vergessenen Privatbedarf sowie Widersprüche zwischen Text und Zahlen.

Dazu kommen Formfehler, die Vertrauen kosten: vergessene Platzhalter aus Vorlagen, unterschiedliche Beträge für den Kapitalbedarf an zwei Stellen, kopierte Textbausteine aus fremden Plänen. Lies deinen Plan vor der Abgabe einmal komplett durch und gleiche jede Zahl im Text mit dem Finanzteil ab.

Businessplan mit AVGS erstellen lassen: So geht's

Wenn du Arbeitslosengeld beziehst oder Grundsicherung (früher Bürgergeld) erhältst und dich selbstständig machen willst, kannst du bei deiner Agentur für Arbeit oder deinem Jobcenter einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein für ein AVGS Gründercoaching beantragen. Bei Bewilligung übernimmt die Förderung die Kosten des Coachings vollständig, du hast keinen Eigenanteil. Die Entscheidung trifft deine Agentur oder dein Jobcenter im Einzelfall.

„Erstellen lassen“ heißt bei uns: Dein Coach schreibt nicht im stillen Kämmerlein einen Plan für dich, sondern ihr erarbeitet ihn gemeinsam im 1:1-Coaching. Du lieferst Idee und Wissen, dein Coach bringt Struktur, Marktrecherche und Finanzplanung ein. Am Ende hast du einen Businessplan mit Finanzierungsplan, den du verstehst und vor der Agentur vertreten kannst, und die Tragfähigkeits­bescheinigung ohne separaten Aufpreis.

  1. Erstgespräch. Kostenlos klären wir, ob AVGS für dich infrage kommt und wie du den Gutschein beantragst.
  2. Textteil. In Modul 2 entstehen Geschäftsmodell, Zielgruppe, Markt, Marketing und Organisation.
  3. Zahlenteil. In Modul 3 erarbeitest du Kapitalbedarf, Finanzierung, Rentabilität und Liquidität.
  4. Stellungnahme und Antrag. Der fertige Plan wird geprüft, du bekommst die fachkundige Stellungnahme und bereitest deinen Antrag vor.

Ohne Gutschein kannst du einen Businessplan auch direkt über unseren Shop beauftragen: Businessplan Basic mit bis zu 5 Stunden Beratung für 979 €, Professional mit bis zu 8 Stunden für 1.595 € und Expert mit bis zu 10 Stunden und Tragfähigkeits­bescheinigung für 2.145 €, jeweils netto zzgl. MwSt.

Wird deine Gründung gefördert?Prüf es im kostenlosen Fördercheck: vier Fragen, eine Minute.
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Fazit: Ein guter Businessplan ist vor allem ehrlich

Ein überzeugender Businessplan braucht keine komplizierten Formulierungen. Er zeigt verständlich, was du anbietest, wer deine Kunden sind, wie du sie erreichst, was dein Unternehmen kostet und ob es dich ernähren kann. Wenn diese Punkte zusammenpassen, hast du nicht nur ein Dokument für Agentur, Jobcenter oder Bank, sondern einen Fahrplan für deine ersten Jahre.

Du willst wissen, ob dein Plan schon trägt oder ob du ihn mit AVGS erstellen kannst? Vereinbare ein kostenloses Erstgespräch.

Elena PlinerFragen dazu? Dein CoachElena PlinerCoach für Zahlen und Controlling
Maximilian Ossot

Maximilian Ossot, Mitgründer von Firmenkompass, verantwortet die Ratgeber-Redaktion und hat diesen Ratgeber fachlich geprüft. Die Inhalte stimmen wir mit unseren Coaches ab. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung; über Förderungen entscheiden Agentur für Arbeit und Jobcenter im Einzelfall.

Kurz beantwortet

Wie lang sollte ein Businessplan sein?

So kurz wie möglich, so ausführlich wie nötig. Für eine kleine Dienstleistung reichen oft 15 bis 25 Seiten Text plus Finanzteil, kapitalintensive Vorhaben brauchen mehr. Entscheidend ist, dass ein Außenstehender den Plan nachvollziehen kann.

Kann ich einen Businessplan selbst erstellen?

Ja, und du solltest ihn auch selbst verstehen. Unterstützung lohnt sich vor allem beim Zahlenteil, bei der Marktanalyse und wenn du den Plan für Förderung oder Bank brauchst.

Kann ich meinen Businessplan mit AVGS erstellen lassen?

Im AVGS Gründercoaching erarbeitest du den Businessplan gemeinsam mit deinem Coach, Text- und Zahlenteil inklusive. Bei Bewilligung des Gutscheins durch Agentur für Arbeit oder Jobcenter hast du keinen Eigenanteil.

Gehört ein Finanzierungsplan in den Businessplan?

Ja, ein Finanzierungsplan gehört in den Businessplan. Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan sowie Umsatz- und Rentabilitätsvorschau nennt die Bundesagentur ausdrücklich als Unterlagen für die fachkundige Stelle. Eine Liquiditätsplanung gehört ebenfalls dazu.

Für wie viele Jahre plane ich die Zahlen?

Üblich sind drei Jahre in der Rentabilitätsvorschau und eine monatliche Liquiditätsplanung mindestens für das erste Jahr.

Wie lange dauert es, einen Businessplan zu erstellen?

Das hängt vom Vorhaben ab. Im AVGS Gründercoaching entsteht der Plan in der Regel innerhalb weniger Wochen, abgestimmt auf dein Tempo und deinen Gründungstermin.

Was kostet ein Businessplan ohne Förderung?

Bei Firmenkompass gibt es Pakete im Shop: Businessplan Basic 979 €, Professional 1.595 € und Expert 2.145 €, jeweils netto zzgl. MwSt. Im Expert-Paket ist die Tragfähigkeits­bescheinigung enthalten.

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