Elevator Pitch: So stellst du deine Gründungsidee in 60 Sekunden vor
Was machst du eigentlich? Diese Frage hörst du als Gründerin oder Gründer ständig: bei der Agentur für Arbeit, bei der Bank, auf Netzwerktreffen und beim ersten Kundenkontakt. Ein Elevator Pitch hilft dir, in einer Minute klar zu antworten. Hier erfährst du, wie er aufgebaut ist, wie du ihn mit einer Vorlage schreibst und wie du ihn an dein Gegenüber anpasst.
Das Wichtigste in Kürze
- Was: eine kurze, gesprochene Vorstellung deiner Geschäftsidee, die Interesse weckt und zu einem weiteren Gespräch führt.
- Länge: 30 bis 60 Sekunden, also etwa 80 bis 150 Wörter.
- Aufbau: Problem, Lösung, Zielgruppe, warum du, nächster Schritt.
- Anpassen: Der Kern bleibt gleich, die Betonung wechselt je nach Gegenüber, etwa Agentur, Bank oder Kunde.
- Ehrlich bleiben: nur Zahlen und Erfolge nennen, die du belegen kannst.
- Üben: laut, mit Stoppuhr und Aufnahme, bis er frei und natürlich klingt.
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Inhalt dieser Seite
Was ist ein Elevator Pitch und wofür brauchst du ihn?
Der Name kommt aus den USA: Du triffst im Aufzug eine Person, die dir weiterhelfen könnte, und hast bis zum nächsten Stockwerk Zeit, sie für deine Idee zu interessieren. Ziel ist nicht, alles zu erklären oder sofort einen Auftrag zu bekommen. Ziel ist, dass dein Gegenüber mehr wissen will.
Als Gründerin oder Gründer brauchst du diesen kurzen Auftritt öfter, als du denkst:
- Bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter: Wenn du einen Gutschein für ein AVGS Gründercoaching beantragst, will der/die Ansprechpartner/in schnell verstehen, was du vorhast.
- Bei der fachkundigen Stelle und der Bank: Bevor jemand deinen Businessplan liest, hört er meist deine Kurzfassung.
- Beim Netzwerken: auf Messen, Gründertreffen, in der IHK oder im Verein.
- Bei Kundinnen und Kunden: am Telefon, in der ersten E-Mail, auf deiner Website oder in deinem LinkedIn-Profil.
Ein guter Nebeneffekt: Wer seine Idee in einer Minute erklären kann, hat sie selbst verstanden. Fällt dir das schwer, ist das ein Hinweis, dass Angebot oder Zielgruppe noch nicht klar genug sind. Dann hilft der Ratgeber Geschäftsidee entwickeln.
Der Aufbau: fünf Bausteine in einer Minute
Ein Elevator Pitch folgt einer einfachen Logik. Die Zeitangaben sind grobe Richtwerte für eine Minute.
- Problem (etwa zehn Sekunden). Beschreibe ein Problem, das deine Zielgruppe wirklich hat, so konkret, dass dein Gegenüber es sofort nachvollziehen kann.
- Lösung (etwa 15 Sekunden). Sag in einfachen Worten, was du anbietest und wie es das Problem löst. Keine Fachbegriffe, keine Liste von Funktionen.
- Zielgruppe (etwa fünf Sekunden). Für wen genau? „Alle“ ist keine Zielgruppe. „Kleine Handwerksbetriebe im Umkreis von 30 Kilometern“ schon.
- Warum du (etwa 15 Sekunden). Was qualifiziert dich? Berufserfahrung, Ausbildung, Zugang zu Kundschaft oder eine besondere Arbeitsweise.
- Nächster Schritt (etwa zehn Sekunden). Schließ mit einer Einladung: ein Termin, eine Visitenkarte, ein Blick auf deine Website oder eine Frage an dein Gegenüber.
Zwei Beispiele
Die zwei folgenden Elevator-Pitch-Beispiele für einen mobilen Fahrradservice und einen Buchhaltungsservice für Handwerksbetriebe sind ausgedacht. Sie zeigen, wie die Vorlage mit Leben gefüllt wird.
Beispiel 1: Mobiler Fahrradservice
„Wer mit dem Rad zur Arbeit fährt, hat ein Problem, wenn es kaputt ist: Die Werkstätten sind oft wochenlang ausgebucht, und das Rad muss erst einmal hingebracht werden. Ich repariere Fahrräder und E-Bikes direkt beim Kunden, zu Hause oder auf dem Firmenparkplatz. Mein Angebot richtet sich an Berufspendler und an Unternehmen, die ihren Beschäftigten Dienstfahrräder anbieten. Ich bin gelernter Zweiradmechatroniker und habe zwölf Jahre in einer Fachwerkstatt gearbeitet. Zwei Firmen aus meiner Region haben schon Interesse an einem monatlichen Servicetag angemeldet. Darf ich Ihnen mein Angebot für Firmen schicken?“
Beispiel 2: Buchhaltungsservice für Handwerksbetriebe
„Kleine Handwerksbetriebe verlieren jeden Monat Stunden mit Belegen, Rechnungen und Mahnungen, Zeit, die auf der Baustelle fehlt. Ich übernehme die laufende Belegorganisation, schreibe Rechnungen und bereite alles für die Steuerberatung vor, digital und mit festen Monatspreisen. Meine Kunden sind Betriebe mit bis zu zehn Beschäftigten. Ich bin Bürokauffrau und habe acht Jahre im Büro eines Elektrobetriebs gearbeitet. Ich weiß also, wo es im Alltag hakt. Darf ich Ihnen zeigen, wie ein Monat mit mir aussieht?“
Beide Beispiele kommen ohne Superlative aus. Sie nennen ein greifbares Problem, ein klares Angebot und einen konkreten nächsten Schritt.
Ein Pitch, verschiedene Zuhörer
Der Kern deines Pitches bleibt gleich. Was du betonst, hängt davon ab, wer vor dir steht.
| Gegenüber | Was dort zählt | Was du betonst |
|---|---|---|
| Ansprechpartner/in bei Agentur oder Jobcenter | Führt die Gründung dich dauerhaft in Arbeit? | Qualifikation, konkrete Nachfrage, realistischer Plan, Bedarf an Coaching |
| Fachkundige Stelle | Ist das Vorhaben tragfähig? | Zielgruppe, Preise, Umsatzannahmen, Kosten |
| Bank | Wird der Kredit zurückgezahlt? | Kapitalbedarf, Eigenanteil, Liquidität, Sicherheiten |
| Kundinnen und Kunden | Was habe ich davon? | Nutzen, Ergebnis, Preis, Vertrauen |
| Netzwerk und Partner | Passt das zu mir, kann ich weiterempfehlen? | Zielgruppe, Spezialisierung, Kontaktweg |
Der Pitch im Gespräch mit der Agentur für Arbeit
Im Termin zum AVGS hilft dir eine Version, die deine Idee, deine Eignung und deinen nächsten Schritt verbindet: „Ich möchte mich als … selbstständig machen, weil … Ich bringe … mit. Für den Businessplan, den Finanzplan und den Marktauftritt brauche ich ein Gründungscoaching bei einem zugelassenen Träger.“ Mehr zur Vorbereitung steht im Ratgeber Gespräch mit Agentur oder Jobcenter vorbereiten.
Typische Fehler und wie du sie vermeidest
Typische Fehler beim Elevator Pitch sind zu viel auf einmal, kein echtes Problem, Fachsprache, Übertreibungen, ein fehlender Schluss sowie zu schnelles Sprechen.
- Zu viel auf einmal: Der Pitch ist kein Produktkatalog. Eine klare Botschaft ist besser als zehn Funktionen.
- Kein echtes Problem: „Ich helfe Unternehmen, besser zu werden“ sagt nichts. Nenne ein konkretes Problem, das deine Zielgruppe kennt.
- Fachsprache: Wenn dein Gegenüber nachfragen muss, was ein Begriff bedeutet, hast du Zeit verloren.
- Übertreibungen: „Einzigartig“, „revolutionär“ oder „der Beste“ wirken schnell unglaubwürdig. Belege überzeugen mehr als Behauptungen.
- Kein Schluss: Wer ohne nächsten Schritt endet, lässt das Gespräch versanden. Schließ immer mit einem Angebot oder einer Frage.
- Zu schnell sprechen: Nervosität macht schnell. Atme, mach kurze Pausen und schau dein Gegenüber an.
So übst du deinen Elevator Pitch
Deinen Elevator Pitch übst du in sechs Schritten: aufschreiben, laut sprechen mit Stoppuhr, aufnehmen, an Menschen ohne Branchenkenntnis testen, anpassen und laufend weiterentwickeln.
- Aufschreiben. Füll die Vorlage aus und streich alles, was nicht unbedingt nötig ist.
- Laut sprechen. Lies den Text laut und stopp die Zeit. Liegt er über einer Minute, kürzt du weiter.
- Aufnehmen. Nimm dich mit dem Handy auf. Klingt es natürlich oder auswendig gelernt?
- Testen. Erzähl den Pitch Menschen, die deine Branche nicht kennen, und frag, was hängen geblieben ist.
- Anpassen. Leg dir kurze Varianten für Agentur, Bank und Kunden zurecht.
- Weiterentwickeln. Mit jedem Gespräch lernst du dazu. Überarbeite den Pitch, wenn sich Angebot oder Zielgruppe verändern.
Ein guter Pitch passt auch zu deinem Businessplan. Was du in einer Minute sagst, sollte sich in der Zusammenfassung deines Plans wiederfinden. Wie du den Plan aufbaust, zeigt der Ratgeber Businessplan erstellen. Um dein Geschäftsmodell auf einer Seite zu ordnen, hilft das Business Model Canvas.
Elevator Pitch im AVGS Gründercoaching
Im AVGS Gründercoaching von Firmenkompass arbeitest du 1:1 und online an deinem Angebot, deiner Zielgruppe und deiner Positionierung. Dazu gehört auch, deine Idee kurz und überzeugend zu erklären, für das Gespräch mit der fachkundigen Stelle, für die Bank und für deine ersten Kundinnen und Kunden. Wir üben den Pitch mit dir und geben dir ehrliches Feedback.
Im kostenlosen Erstgespräch kannst du deine Idee zum ersten Mal ausprobieren. Ob ein Gutschein bewilligt wird, entscheidet die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter im Einzelfall.
Fragen dazu? Dein CoachDoron RozenbergCoach für Online-Marketing und Vertrieb
Maximilian Ossot, Mitgründer von Firmenkompass, verantwortet die Ratgeber-Redaktion und hat diesen Ratgeber fachlich geprüft. Die Inhalte stimmen wir mit unseren Coaches ab. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung; über Förderungen entscheiden Agentur für Arbeit und Jobcenter im Einzelfall.
Kurz beantwortet
Wie lang sollte ein Elevator Pitch sein?
Etwa 30 bis 60 Sekunden, gesprochen also rund 80 bis 150 Wörter. Für Wettbewerbe oder Präsentationen gibt es längere Formate von zwei oder drei Minuten. Im Gespräch gilt: lieber kürzer und dafür Raum für Nachfragen lassen.
Wofür brauche ich als Gründer einen Elevator Pitch?
Für fast jedes erste Gespräch: bei dem/der Ansprechpartner/in, wenn du einen AVGS beantragst, bei der fachkundigen Stelle, bei der Bank, auf Netzwerkveranstaltungen und im Kontakt mit möglichen Kundinnen und Kunden.
Brauche ich verschiedene Versionen?
Ja, du brauchst verschiedene Versionen deines Elevator Pitches. Der Kern bleibt gleich, aber die Betonung ändert sich. Kunden interessiert ihr Nutzen, die Bank die Rückzahlung, die Agentur für Arbeit deine Qualifikation und ob die Gründung dich dauerhaft trägt.
Soll ich Zahlen in den Pitch einbauen?
Ja, wenn sie stimmen und du sie belegen kannst, etwa Preise, erste Aufträge oder die Größe deiner Zielgruppe in der Region. Erfundene oder geschönte Zahlen fallen spätestens bei der ersten Nachfrage auf.
Wie übe ich meinen Elevator Pitch am besten?
Laut, mit Stoppuhr und mehrmals. Nimm dich mit dem Handy auf, hör dir die Aufnahme an und kürze. Teste den Pitch bei Menschen, die deine Branche nicht kennen, und frag, was hängen geblieben ist.
Muss ich den Pitch auswendig lernen?
Den Aufbau und die Kernsätze ja, den genauen Wortlaut nicht. Wenn du ihn Wort für Wort aufsagst, klingt er schnell auswendig gelernt. Besser ist es, frei zu sprechen und den roten Faden sicher im Kopf zu haben.
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