Firmenkompass

Webhosting für Gründer: worauf du bei der Auswahl achten solltest

Ohne Webhosting ist deine Website nicht erreichbar. Welches Paket passt, hängt davon ab, was deine Seite leisten soll und wie viel Technik du selbst übernehmen willst. Hier liest du, welche Hosting-Arten es gibt, worauf du bei Serverstandort, Datenschutz, Backups und Support achtest und mit welchen Kosten du ungefähr rechnen kannst.

Das Wichtigste in Kürze

Art. 28
DSGVO: Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit dem Hoster
Art. 32
DSGVO: Datensicherheit und rasche Wiederherstellung
Art. 44 ff.
DSGVO: Regeln für Server außerhalb der EU
2,5 Sek.
Google-Richtwert für das größte sichtbare Element (LCP)
  • Hosting-Art: Für die meisten Gründerwebsites reicht Shared- oder Managed-Hosting, eigene Server lohnen sich erst bei viel Technik-Wissen oder hoher Last.
  • Datenschutz: Mit dem Hoster brauchst du in der Regel einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO.
  • Serverstandort: Ein Standort in der EU erspart dir die Prüfung einer Drittlandübermittlung nach Art. 44 ff. DSGVO.
  • Sicherheit: Automatische Backups, Updates, SSL-Zertifikat und erreichbarer Support gehören zur Grundausstattung.
  • Kosten: Einfaches Hosting liegt in der Regel zwischen etwa 3 und 30 Euro im Monat, je nach Leistung, ohne Gewähr.

Firmenkompass: AZAV-zertifizierter Träger · 91,6 % Integrationsquote (Stand 30.05.2026)

Inhalt dieser Seite

Was ist Webhosting?

Webhosting ist die Dienstleistung, deine Website auf einem dauerhaft erreichbaren Server bereitzustellen, damit Besucher sie über deine Domain jederzeit aufrufen können. Ohne Hosting bleibt jede Website eine Datei auf deinem Rechner.

Rund um das Webhosting tauchen immer wieder dieselben Begriffe auf. Wenn du sie kennst, kannst du Angebote besser vergleichen:

BegriffBedeutung
ServerRechner im Rechenzentrum, auf dem die Dateien und die Datenbank deiner Website liegen
WebspaceSpeicherplatz, den du auf dem Server für deine Website bekommst
DomainDie Adresse deiner Website, zum Beispiel deinname.de
DNSDas „Telefonbuch“ des Internets, das deine Domain mit dem Server verbindet
SSL/TLS-ZertifikatSorgt für die verschlüsselte Verbindung, erkennbar an „https“
CMSContent-Management-System, mit dem du Inhalte ohne Programmierkenntnisse pflegst

Viele Hoster bieten Domain, Webspace, E-Mail-Postfächer und Zertifikat als Paket an. Das ist bequem, macht dich aber auch abhängiger von einem Anbieter. Wie du die passende Adresse findest, erklärt der Ratgeber Domain registrieren.

Welche Hosting-Arten gibt es?

Die wichtigsten Hosting-Arten sind Shared-Hosting, Managed-Hosting, virtuelle Server, dedizierte Server sowie Baukasten-Hosting, die sich vor allem bei Leistung, Technikaufwand und Verantwortung für Sicherheit unterscheiden.

Hosting-ArtWie es funktioniertPasst für
Shared-HostingViele Websites teilen sich einen Server, der Hoster kümmert sich um das SystemVisitenkarten-Websites, kleine Firmenseiten
Managed-Hosting (etwa für WordPress)Hoster übernimmt zusätzlich Updates, Backups und Optimierung für ein bestimmtes SystemGründer, die wenig Technik selbst machen wollen
Virtueller Server (vServer, VPS)Eigener abgegrenzter Bereich mit festen Ressourcen, du verwaltest das System meist selbstWachsende Projekte, Shops, technisch Versierte
Dedizierter ServerEin ganzer physischer Server nur für dichHohe Last, besondere Anforderungen
Baukasten mit HostingHosting ist im Abo des Website-Baukastens enthaltenSchneller Start ohne Technik, dafür weniger Freiheit

Für die meisten Gründerinnen und Gründer reicht am Anfang Shared- oder Managed-Hosting. Ein eigener Server bringt mehr Freiheit, aber auch mehr Verantwortung: Wer das Betriebssystem selbst verwaltet, muss Sicherheitsupdates selbst einspielen. Ob ein Baukasten oder ein eigenes System besser passt, vergleicht der Ratgeber Website-Baukasten im Vergleich.

Worauf solltest du beim Webhosting achten?

Beim Webhosting solltest du vor allem auf Serverstandort, Vertrag zur Auftragsverarbeitung, Backups, Sicherheitsupdates, erreichbaren Support und faire Vertragsbedingungen achten, nicht nur auf den Einstiegspreis.

  • Serverstandort in der EU, im Vertrag oder in der Leistungsbeschreibung genannt
  • Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO verfügbar
  • Automatische Backups mit klarer Angabe zu Häufigkeit, Aufbewahrung und Wiederherstellung
  • SSL-Zertifikat inklusive und automatisch verlängert
  • Aktuelle Software-Versionen auf dem Server, etwa für PHP und Datenbank
  • Support auf Deutsch, mit klaren Zeiten und Wegen (Telefon, E-Mail, Ticket)
  • Genug Speicher und Leistung für Bilder, Shop oder Buchungssystem
  • E-Mail-Postfächer mit deiner Domain, falls du sie dort betreiben willst
  • Kurze Mindestlaufzeit und Kündigungsfrist, Preis nach der Einstiegsphase
  • Export deiner Daten und Umzug ohne Hürden möglich

Das BSI empfiehlt im IT-Grundschutz, Sicherheitsaspekte im Vertrag mit dem Hoster schriftlich festzuhalten, etwa in einer Leistungsvereinbarung. Für eine kleine Website heißt das: Lies nach, was der Hoster bei Ausfällen, Angriffen oder Datenverlust zusagt und was nicht.

Was gilt beim Datenschutz mit deinem Hoster?

Beim Datenschutz ist dein Hoster in der Regel Auftragsverarbeiter, deshalb brauchst du mit ihm einen Vertrag nach Art. 28 DSGVO und musst prüfen, ob Daten außerhalb der EU verarbeitet werden.

Auch eine einfache Website verarbeitet personenbezogene Daten. Schon die IP-Adressen in den Server-Protokollen gehören dazu, ebenso Anfragen aus dem Kontaktformular oder Bestellungen im Shop. Du bleibst als Websitebetreiber verantwortlich, der Hoster verarbeitet die Daten in deinem Auftrag. Die meisten Hoster stellen den Vertrag zur Auftragsverarbeitung als Standarddokument im Kundenbereich bereit. Schließe ihn ab und lege ihn zu deinen Datenschutz-Unterlagen.

Art. 32 DSGVO verlangt angemessene technische und organisatorische Maßnahmen. Dazu zählen unter anderem Verschlüsselung, die Verfügbarkeit der Systeme und die Fähigkeit, Daten nach einem Zwischenfall rasch wiederherzustellen. Ein Hoster mit verschlüsselten Verbindungen und funktionierenden Backups erfüllt einen Teil davon für dich.

Die Datenschutzerklärung deiner Website muss den Hoster und die Server-Protokolle erwähnen. Was dort sonst hineingehört, liest du in den Ratgebern Impressum und Datenschutz sowie Datenschutz für die Website.

Wird deine Gründung gefördert?Prüf es im kostenlosen Fördercheck: vier Fragen, eine Minute.
Fördercheck starten

Wie wichtig sind Backups, Updates und Sicherheit beim Hosting?

Backups, Updates und Sicherheit beim Hosting sind entscheidend, weil eine gehackte oder verlorene Website Kunden kostet, Daten gefährdet sowie im schlimmsten Fall eine Meldung an die Datenschutzaufsicht auslöst.

Das BSI nennt in seinen zehn Tipps zur Cyber-Sicherheit für Unternehmen regelmäßige Backups, die auch getestet werden, und zügig eingespielte Sicherheitsupdates als zentrale Schutzmaßnahmen. Für deine Website heißt das:

  1. Backups prüfen. Kläre, wie oft dein Hoster sichert und wie lange er Sicherungen aufbewahrt. Lege zusätzlich eigene Kopien an, die nicht auf demselben Server liegen.
  2. Wiederherstellung testen. Spiele einmal testweise eine Sicherung zurück. Ein Backup, das sich nicht zurückspielen lässt, hilft im Ernstfall nicht.
  3. Updates einspielen. CMS, Themes und Erweiterungen brauchen regelmäßig Sicherheitsupdates. Beim Managed-Hosting übernimmt das oft der Hoster, beim Shared-Hosting meist du.
  4. Zugänge absichern. Starke, unterschiedliche Passwörter für Hosting-Konto, CMS und Datenbank, wo möglich mit zweitem Faktor.
  5. Verschlüsselung nutzen. Die Website läuft nur über „https“, das Zertifikat verlängert sich automatisch.

Ladezeiten gehören ebenfalls zur Qualität des Hostings. Google nennt als Richtwert für eine gute Ladeleistung, dass das größte sichtbare Element einer Seite nach höchstens 2,5 Sekunden geladen ist. Ein überlasteter Server macht es schwer, diesen Wert zu erreichen. Wie du deine Website dauerhaft sicher hältst, vertieft der Ratgeber Website pflegen und absichern.

Was kostet Webhosting?

Webhosting für eine kleine Firmenwebsite kostet in der Regel zwischen etwa 3 und 30 Euro im Monat, je nach Leistung, Speicher, Support sowie Zusatzfunktionen wie Backups oder E-Mail-Postfächern.

Die Spanne ist ohne Gewähr und dient nur zur groben Orientierung. Preise ändern sich, Einstiegsangebote steigen oft nach dem ersten Vertragsjahr, und manche Leistungen kosten extra. Vergleiche deshalb immer aktuelle Angebote und rechne mit dem Preis nach der Aktionsphase. Virtuelle oder dedizierte Server, Shops mit viel Traffic und Managed-Angebote mit umfassender Betreuung können deutlich mehr kosten.

Hosting ist ein laufender Kostenpunkt, den du in deinen Finanzplan aufnehmen solltest, ebenso wie Domain, Wartung und Software. Wie du Website-Kosten sauber planst, zeigt der Ratgeber Website-Kosten im Businessplan.

Wie wechselst du zu einem anderen Hoster?

Zu einem anderen Hoster wechselst du, indem du deine Website beim neuen Anbieter einrichtest, Dateien samt Datenbank umziehst, die Domain umstellst und erst danach den alten Vertrag kündigst.

  1. Vertrag prüfen. Kündigungsfrist und Laufzeit beim bisherigen Hoster nachsehen, nicht vorschnell kündigen.
  2. Sicherung ziehen. Dateien, Datenbank und E-Mails vollständig exportieren.
  3. Neu einrichten. Website beim neuen Hoster aufsetzen und unter einer Testadresse prüfen.
  4. Domain umziehen oder umstellen. Entweder die Domain zum neuen Anbieter übertragen (dafür brauchst du einen Auth-Code vom bisherigen Anbieter) oder nur die DNS-Einträge auf den neuen Server zeigen lassen.
  5. E-Mails beachten. Postfächer und Mail-Einträge im DNS so umziehen, dass keine Nachrichten verloren gehen.
  6. Alten Vertrag kündigen. Erst wenn alles läuft, und den neuen Vertrag zur Auftragsverarbeitung ablegen.

Ein Wechsel geht nur reibungslos, wenn die Domain auf deinen Namen oder deine Firma registriert ist. Liegt sie auf eine Agentur oder einen Bekannten, wird es schwierig. Wie du die Inhaberschaft richtig regelst, steht im Ratgeber Domain registrieren.

Wer hilft dir bei Hosting und Website?

Hilfe beim Webhosting sowie beim Aufbau deiner Website bekommst du im geförderten Gründungscoaching, über ein Website-Coaching oder über Pakete, bei denen Hosting und Wartung gleich mit erledigt werden.

Wenn du aus der Arbeitslosigkeit gründest, kannst du im AVGS Gründercoaching deine Website in Modul 7 Website erstellen aufbauen, einschließlich der Wahl von Hosting und Domain. Ob ein Gutschein bewilligt wird, entscheidet die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter im Einzelfall.

Willst du dich um die Technik nicht selbst kümmern, übernimmt Firmenkompass mit Webhosting und Wartung Basis Hosting, Updates sowie Backups für zwölf Monate. Für mehr Betreuung gibt es die Website-Wartung Plus. Firmenkompass begleitet dich technisch und organisatorisch, eine Rechtsberatung zum Datenschutz ersetzt das nicht.

Du bist unsicher, welches Hosting zu deinem Vorhaben passt? Sprich mit uns im kostenlosen Erstgespräch.

Christian BerglerFragen dazu? Dein CoachChristian BerglerCoach für Website und E-Commerce
Maximilian Ossot

Maximilian Ossot, Mitgründer von Firmenkompass, verantwortet die Ratgeber-Redaktion und hat diesen Ratgeber fachlich geprüft. Die Inhalte stimmen wir mit unseren Coaches ab. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung; über Förderungen entscheiden Agentur für Arbeit und Jobcenter im Einzelfall.

Kurz beantwortet

Was ist Webhosting?

Webhosting ist die Dienstleistung, deine Website auf einem dauerhaft mit dem Internet verbundenen Server bereitzustellen. Der Hoster stellt Speicherplatz, Rechenleistung und Anbindung, oft auch E-Mail-Postfächer und Sicherheitszertifikate.

Was kostet Webhosting für eine kleine Firmenwebsite?

Einfaches Webhosting für eine kleine Firmenwebsite liegt in der Regel zwischen etwa 3 und 30 Euro im Monat, je nach Leistung. Die Angabe ist ohne Gewähr, Preise ändern sich und Einstiegsangebote steigen oft nach der ersten Laufzeit. Vergleiche aktuelle Angebote.

Brauche ich mit meinem Hoster einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung?

In aller Regel ja, weil der Hoster in deinem Auftrag personenbezogene Daten verarbeitet, etwa IP-Adressen in Server-Protokollen oder Anfragen aus dem Kontaktformular. Art. 28 DSGVO verlangt dafür einen Vertrag, den die meisten Hoster als Standarddokument anbieten.

Muss der Server in Deutschland stehen?

Nein, eine gesetzliche Pflicht zu einem Serverstandort in Deutschland gibt es nicht. Ein Standort in der EU vereinfacht den Datenschutz aber deutlich, weil dann keine Drittlandübermittlung nach Art. 44 ff. DSGVO geprüft werden muss.

Reichen die Backups meines Hosters aus?

Die Backups des Hosters sind ein guter Grundschutz, ersetzen aber keine eigene Sicherung. Prüfe, wie oft gesichert wird, wie lange die Sicherungen aufbewahrt werden und wie du sie zurückspielst, und lege zusätzlich eigene Kopien an.

Kann ich später zu einem anderen Hoster wechseln?

Ja, ein Wechsel zu einem anderen Hoster ist fast immer möglich. Achte schon beim Abschluss auf kurze Kündigungsfristen, einen Export deiner Daten und darauf, dass die Domain auf deinen Namen registriert ist.

Deine Ansprechpartner
Maximilian Ossot
Maximilian OssotMitgründer, Vertrieb und Unternehmens­entwicklung
Louis Jackel
Louis JackelErstkontakt und Förderwege

Lass uns über dein Vorhaben sprechen.

Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, ob ein AVGS für dich infrage kommt, welche Module zu deiner Idee passen und was du für das Gespräch bei Agentur oder Jobcenter brauchst. 20 Minuten, ehrlich und ohne Verpflichtung.

Fragen? Schreib uns