Shopify oder WooCommerce? So findest du das passende Shopsystem
Shopify und WooCommerce stehen für zwei Wege zum eigenen Onlineshop: gemietete Software mit Rundum-Betrieb oder freie Software auf eigenem Hosting. Einen Sieger gibt es nicht, es kommt auf dein Vorhaben, deine Zeit und dein Budget an. Hier vergleichst du beide Wege neutral und findest heraus, welcher besser zu dir passt.
Das Wichtigste in Kürze
- Zwei Modelle: Shopify ist gemietete Software mit Betrieb durch den Anbieter, WooCommerce ist freie Software, die du selbst betreibst.
- Kein Sieger: Welches System passt, hängt von deiner Zeit für Technik, deinen Anforderungen an Daten und deinem Budget ab.
- Kosten: Beide verursachen laufende Kosten, nur an unterschiedlichen Stellen. Rechne mit deinen eigenen Zahlen.
- Recht: Rechtstexte, Widerrufsfunktion und Einwilligungen bleiben bei beiden Systemen deine Aufgabe.
- Ausstieg: Domain selbst halten und Daten regelmäßig sichern, dann bleibt ein späterer Wechsel machbar.
Firmenkompass: AZAV-zertifizierter Träger · 91,6 % Integrationsquote (Stand 30.05.2026)
Inhalt dieser Seite
Worin unterscheiden sich Shopify und WooCommerce grundsätzlich?
Shopify und WooCommerce unterscheiden sich grundsätzlich im Betriebsmodell: Shopify mietest du als fertigen Dienst, WooCommerce installierst du als kostenloses Plugin auf einer eigenen WordPress-Website.
Ein Shopsystem ist die Software, mit der du Produkte präsentierst, Bestellungen annimmst, Zahlungen abwickelst und Versand organisierst. Beim Mietmodell (Software-as-a-Service) gehört die Software dem Anbieter, du nutzt sie gegen Gebühr. Beim Open-Source-Modell nutzt du frei verfügbare Software und betreibst sie selbst oder lässt sie betreiben.
Aus diesem Unterschied folgen fast alle anderen: wer sich um Updates kümmert, wo deine Daten liegen, wie frei du anpassen kannst und wie leicht du später wechselst. Die beiden Einzelratgeber Shopify für Gründer und WooCommerce für Gründer gehen jeweils tiefer.
Wie sehen Shopify und WooCommerce im direkten Vergleich aus?
Im direkten Vergleich zeigt sich, dass Shopify vor allem Aufwand abnimmt und WooCommerce vor allem Kontrolle gibt, während Rechtspflichten sowie Zahlungsgebühren bei beiden Systemen ähnlich anfallen.
| Kriterium | Shopify | WooCommerce |
|---|---|---|
| Modell | Gemietete Software, Betrieb durch den Anbieter | Kostenloses Open-Source-Plugin für WordPress |
| Hosting | Inklusive | Eigener Hoster nötig |
| Updates und Sicherheit | Weitgehend beim Anbieter | Bei dir oder deinem Dienstleister |
| Laufende Kosten | Tarif, Zahlungsgebühren, Apps | Hosting, Erweiterungen, Zahlungsgebühren, Wartung |
| Zahlungsdienste | Hauseigener Dienst oder Drittanbieter mit zusätzlicher Transaktionsgebühr laut Bedingungen | Freie Wahl über Erweiterungen |
| Serverstandort | Vom Anbieter bestimmt, Übermittlungen in Drittländer laut Data Processing Addendum | Durch Wahl des Hosters selbst bestimmbar |
| Anpassbarkeit | Im Rahmen von Themes, Apps und Schnittstellen | Sehr weit, bis in den Quellcode |
| Abhängigkeit | Von Bedingungen und Preisen des Anbieters | Von Hoster, Plugin-Anbietern und eigener Pflege |
| Rechtstexte, Widerrufsfunktion | Deine Aufgabe | Deine Aufgabe |
Alle Angaben zu Funktionen und Gebühren sind ohne Gewähr und können sich ändern. Maßgeblich sind die aktuellen Bedingungen und Preisseiten der Anbieter.
Welche Fragen helfen dir bei der Entscheidung?
Bei der Entscheidung zwischen Shopify und WooCommerce helfen dir vor allem Fragen zu deiner Zeit für Technik, deinem Sortiment, deinen Anforderungen an Daten sowie deinem Wachstum.
- Wer kümmert sich um Technik? Wenn niemand verlässlich Updates und Backups übernimmt, spricht das eher für ein Mietsystem oder für einen Wartungsvertrag.
- Was verkaufst du? Standardware mit üblichem Versand ist in beiden Systemen gut abbildbar. Besondere Abläufe wie Konfiguratoren, Buchungen oder spezielle Abos brauchen oft Erweiterungen.
- Wie wichtig ist der Serverstandort? Wenn du Daten möglichst nur in der EU verarbeiten willst, ist die freie Wahl des Hosters ein Argument.
- Hast du schon eine Website? Läuft deine Website bereits auf WordPress, ist WooCommerce ein naheliegender Schritt. Startest du bei null, sind beide Wege offen.
- Wie viel Inhalt planst du? Blog, Ratgeber und Landingpages lassen sich in beiden Systemen umsetzen, WordPress ist dafür ursprünglich gebaut.
- Wie planbar sollen die Kosten sein? Rechne beide Modelle für das erste und dritte Jahr mit deinen Bestellzahlen durch.
- Wie wahrscheinlich ist ein Wechsel? Wer stark wachsen will, sollte von Anfang an auf exportierbare Daten und eine eigene Domain achten.
Wie rechnest du die Kosten beider Systeme fair durch?
Die Kosten beider Systeme rechnest du fair durch, indem du alle Bausteine für dieselbe Shopgröße und dieselbe Bestellzahl über mindestens drei Jahre vergleichst, einschließlich deiner eigenen Arbeitszeit.
Ein häufiger Denkfehler ist, kostenlose Software mit einem kostenpflichtigen Tarif zu vergleichen. Bei WooCommerce verteilen sich die Kosten nur auf andere Posten. Nutze für deinen Vergleich eine einfache Tabelle wie diese und setze aktuelle Angebote ein.
Was gilt rechtlich bei beiden Systemen gleich?
Rechtlich gilt bei beiden Systemen gleich, dass du als Händler für Impressum, Datenschutz, Einwilligungen, Widerrufsrecht, Preisangaben und Barrierefreiheit verantwortlich bist, egal welche Software den Shop betreibt.
- Auftragsverarbeitung: Bei Shopify mit dem Anbieter selbst, bei WooCommerce mit Hoster und allen Dienstleistern, die Kundendaten verarbeiten (Art. 28 DSGVO).
- Sicherheit: Angemessene technische und organisatorische Maßnahmen nach Art. 32 DSGVO. Bei WooCommerce gehören Updates und Backups ausdrücklich dazu.
- Widerrufsfunktion: Seit dem 19.06.2026 eine elektronische Funktion „Vertrag widerrufen“ oder gleichbedeutend (§ 356a BGB). Prüfe, ob dein System sie korrekt abbildet.
- Barrierefreiheit: Onlineshops für Verbraucher fallen unter das BFSG, Kleinstunternehmen mit Dienstleistungen sind ausgenommen (§ 3 Abs. 3 BFSG).
- Erweiterungen: Jede App und jedes Plugin kann Daten übertragen oder Cookies setzen. Prüfe sie einzeln.
Den vollständigen Pflichtenkatalog erklärt der Ratgeber Onlineshop rechtssicher. Welche Zahlungsarten du anbieten solltest, liest du unter Zahlungsanbieter im Onlineshop.
Gibt es Alternativen zu Shopify und WooCommerce?
Alternativen zu Shopify und WooCommerce gibt es reichlich, etwa Website-Baukästen mit Shopfunktion, andere Open-Source-Shopsysteme oder der Start auf Marktplätzen, die jeweils eigene Vorzüge sowie Nachteile haben.
Für wenige Produkte reicht manchmal ein Baukasten mit Shopmodul. Kriterien dafür beschreibt der Ratgeber Website-Baukasten im Vergleich. Wer zuerst testen will, ob ein Produkt ankommt, startet oft auf Marktplätzen. Dann gelten deren Regeln sowie Gebühren, und die Kundenbeziehung gehört zum großen Teil der Plattform. Für digitale Produkte wie Kurse oder E-Books gibt es spezialisierte Systeme. Die Entscheidung folgt denselben Fragen: Wer betreibt die Technik, wo liegen die Daten, wie leicht kommst du wieder heraus?
Wer hilft dir bei der Wahl des Shopsystems?
Bei der Wahl des Shopsystems hilft dir Firmenkompass neutral, ohne Bindung an einen Anbieter, indem wir dein Vorhaben, deine Zeit sowie dein Budget gemeinsam durchgehen und einen passenden Weg festlegen.
Wenn du aus der Arbeitslosigkeit gründest, kannst du im AVGS Gründercoaching bei Bewilligung in Modul 8 Onlineshop erstellen das System auswählen und deinen Shop aufbauen. Ob ein Gutschein bewilligt wird, entscheidet die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter im Einzelfall.
Hast du schon gegründet, hilft dir das OnlineShop Coaching bei der Entscheidung. Für einen schnellen Einstieg gibt es den KI-Onlineshop Start, für einen individuell gebauten Shop das Paket OnlineShop.
Du schwankst noch zwischen beiden Wegen? Lass uns im kostenlosen Erstgespräch klären, was dein Shop wirklich braucht.
Fragen dazu? Dein CoachMarkus StolzenburgCoach für digitale Geschäftsmodelle
Maximilian Ossot, Mitgründer von Firmenkompass, verantwortet die Ratgeber-Redaktion und hat diesen Ratgeber fachlich geprüft. Die Inhalte stimmen wir mit unseren Coaches ab. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung; über Förderungen entscheiden Agentur für Arbeit und Jobcenter im Einzelfall.
Quellen
- Shopify: Nutzungsbedingungen (Vertragspartner, Transaktionsgebühren, Kündigung)
- Shopify: Data Processing Addendum (Datenübermittlung)
- Shopify: offizielle Preisseite (ohne Gewähr)
- WordPress.org: WooCommerce-Plugin (kostenloses Kernplugin, Anforderungen)
- WooCommerce-Quellcode: Lizenz GNU GPL Version 2 oder später
- BSI: Prävention und Erste Hilfe bei Kompromittierung von Webseiten
- DSGVO (Verordnung (EU) 2016/679), Art. 28, Art. 32 und Art. 44 ff. (EUR-Lex)
- § 356a BGB – Elektronische Widerrufsfunktion
- § 3 BFSG – Barrierefreiheitsanforderungen (Abs. 3: Kleinstunternehmen)
Kurz beantwortet
Ist Shopify oder WooCommerce besser?
Keines der beiden Systeme ist grundsätzlich besser. Shopify nimmt dir Technik ab und kostet dafür laufend, WooCommerce gibt dir mehr Kontrolle und verlangt dafür Pflege. Entscheidend sind dein Sortiment, deine Zeit für Technik, deine Anforderungen an Daten und dein Budget.
Welches System ist günstiger?
Pauschal lässt sich das nicht sagen. Bei Shopify zahlst du einen Tarif, Zahlungsgebühren und Apps, bei WooCommerce Hosting, Erweiterungen, Zahlungsgebühren und Wartung. Rechne beide Varianten mit deinen erwarteten Bestellungen durch und vergleiche aktuelle Angebote, alle Angaben ohne Gewähr.
Welches System ist schneller startklar?
Ein gemietetes System wie Shopify ist in der Regel schneller startklar, weil Hosting und Grundeinrichtung entfallen. Bei WooCommerce kommen Hosting, Installation und Konfiguration hinzu. Rechtstexte, Produktdaten und Zahlungsarten brauchst du in beiden Fällen.
Kann ich später das System wechseln?
Ein Wechsel ist möglich, kostet aber Zeit. Produktdaten lassen sich meist exportieren und importieren, Design, Erweiterungen und Abläufe musst du neu aufbauen. Wichtig ist, dass du deine Domain selbst hältst und Weiterleitungen für alte Adressen einrichtest.
Welches System ist datenschutzfreundlicher?
Datenschutzkonform betreiben lassen sich beide, wenn du Auftragsverarbeitung, Datenübermittlungen und Einwilligungen sauber regelst. Bei WooCommerce wählst du Hoster und Serverstandort selbst, bei Shopify regelt der Anbieter die Übermittlungen in seinem Data Processing Addendum. In beiden Fällen sind zusätzliche Apps und Plugins der häufigste Schwachpunkt.
Brauche ich bei beiden Systemen eigene Rechtstexte?
Ja, bei beiden Systemen lieferst du Impressum, Datenschutzerklärung, Widerrufsbelehrung, Widerrufsfunktion und gegebenenfalls AGB selbst. Das Shopsystem stellt nur die technische Grundlage.


Lass uns über dein Vorhaben sprechen.
Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, ob ein AVGS für dich infrage kommt, welche Module zu deiner Idee passen und was du für das Gespräch bei Agentur oder Jobcenter brauchst. 20 Minuten, ehrlich und ohne Verpflichtung.

