Marketingplan erstellen: So planst du Marketing und Budget als Gründer
Ohne Plan wird Marketing schnell teuer und beliebig: hier ein paar Anzeigen, dort ein Flyer, dazwischen Social Media ohne Ziel. Ein Marketingplan sorgt dafür, dass du die richtigen Menschen mit der richtigen Botschaft über die passenden Kanäle erreichst. Hier erfährst du, wie du Zielgruppe, Positionierung, Kanäle und Budget festlegst und daraus einen konkreten Plan für die ersten 90 Tage machst.
Das Wichtigste in Kürze
- 5 Schritte
- der Marketingplanung laut Existenzgründungsportal: Markt, Unternehmen, Ziele, Maßnahmen, Kontrolle
- 4 Elemente
- des Marketing-Mix: Angebot, Preis, Vertrieb, Kommunikation
- 1–3 Jahre
- Zeitraum für kurzfristige Marketingziele laut Existenzgründungsportal
- Erst die Zielgruppe: Wer genau soll kaufen, und welches Problem löst du für diese Menschen?
- Dann die Positionierung: Warum sollen sie bei dir kaufen und nicht beim Wettbewerb?
- Wenige Kanäle: zwei bis drei Kanäle konsequent bespielen statt überall ein bisschen.
- Budget: aus den geplanten Maßnahmen ableiten und im Finanzplan verankern.
- 90 Tage: konkrete Maßnahmen mit Terminen planen und monatlich auswerten.
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Was ist ein Marketingplan und wozu brauchst du ihn?
Ein Marketingplan legt fest, wen du mit welcher Botschaft über welche Kanäle erreichen willst, was das kostet und wie du den Erfolg misst. Er macht aus guten Absichten einen Arbeitsplan, den du Woche für Woche abarbeiten kannst.
Das Existenzgründungsportal des Bundes beschreibt die Marketingplanung in fünf Schritten: Marktsituation prüfen, die eigene Lage einordnen, Ziele festlegen, Maßnahmen entwickeln und den Erfolg kontrollieren. Es betont außerdem, dass Marketing eine Daueraufgabe ist. Ein Marketingplan ist deshalb nie fertig, sondern wird regelmäßig angepasst.
Für Gründer hat der Plan noch einen zweiten Zweck: Er ist ein zentraler Teil deines Businessplans. Wer eine Förderung oder einen Kredit beantragt, muss zeigen, wie die ersten Kunden kommen sollen.
Wie bestimmst du deine Zielgruppe?
Deine Zielgruppe bestimmst du, indem du möglichst genau beschreibst, wer dein Angebot braucht, sich leisten kann und kaufen will. Das Existenzgründungsportal unterscheidet dabei grundsätzlich zwischen Privatkunden, Unternehmen und öffentlicher Hand und empfiehlt für jede Gruppe ein genaues Kundenprofil.
- Wer: Alter, Lebenslage, Region, bei Firmen Branche, Größe und Entscheider.
- Problem: Welches Problem hat diese Gruppe, und wie löst sie es heute?
- Kaufanlass: Wann und warum sucht sie nach einer Lösung wie deiner?
- Informationswege: Wo informiert sie sich, wem vertraut sie, wo hält sie sich auf?
- Zahlungsbereitschaft: Was ist ihr die Lösung wert?
Belastbare Antworten bekommst du nicht am Schreibtisch, sondern im Gespräch mit möglichen Kunden. Wie du Markt und Wettbewerb systematisch untersuchst, zeigt der Ratgeber Marktanalyse erstellen.
Wie findest du deine Positionierung?
Deine Positionierung ist die klare Antwort auf die Frage, warum deine Zielgruppe bei dir kaufen soll und nicht bei jemand anderem. Sie entsteht aus dem, was deine Kunden brauchen, was du besonders gut kannst und wo der Wettbewerb Lücken lässt.
Eine gute Positionierung lässt sich in einem Satz sagen: „Ich helfe [Zielgruppe] bei [Problem], indem ich [Lösung], anders als [übliche Alternative].“ Wenn dir dieser Satz schwerfällt, ist meist die Zielgruppe noch zu breit. Ein Werkzeug, um Stärken und Schwächen zu sortieren, ist die SWOT-Analyse. Für das kurze Vorstellen im Gespräch hilft der Elevator Pitch.
Welche Marketingkanäle passen zu deiner Gründung?
Die passenden Kanäle sind die, über die deine Zielgruppe sich informiert und die du mit deinen Mitteln regelmäßig bespielen kannst. Das Existenzgründungsportal nennt als Bausteine des Marketing-Mix das Angebot selbst, den Preis, den Vertrieb und die Werbung mit Kundenkommunikation. Alle vier müssen zusammenpassen.
| Kanal | Passt besonders zu | Aufwand |
|---|---|---|
| Empfehlungen und Netzwerk | Dienstleistungen, Handwerk, Beratung | Zeit, wenig Geld |
| Google-Unternehmensprofil und lokale Suche | lokale Geschäfte und Dienstleister | einmal einrichten, dann pflegen |
| Eigene Website mit Inhalten | fast alle Gründungen | Aufbau und laufende Pflege |
| Social Media | Zielgruppen, die dort aktiv sind, visuelle Angebote | regelmäßig Zeit, eventuell Werbebudget |
| Bezahlte Anzeigen | klar messbare Angebote mit ausreichender Marge | laufendes Budget, Auswertung |
| Messen und Veranstaltungen | B2B, erklärungsbedürftige Produkte | hohe Einmalkosten, Vorbereitung |
| Kooperationen | Angebote, die andere sinnvoll ergänzen | Abstimmung, wenig Geld |
Bei Messen lohnt ein Blick auf Förderprogramme: Der Bund fördert junge innovative Unternehmen bei der Teilnahme an Gemeinschaftsständen auf internationalen Leitmessen in Deutschland. Die Bedingungen findest du in der Förderdatenbank des Bundes.
Wenn du noch Ideen für deine Kanäle suchst, hilft dir die Liste mit 52 Ideen zur Kundengewinnung, jeweils mit Kostenstufe und erstem Schritt.
Wie viel Marketingbudget brauchst du?
Dein Marketingbudget leitest du am besten aus den konkreten Maßnahmen ab, die du für deine Ziele brauchst. Eine allgemeingültige Summe oder einen festen Prozentsatz für alle Branchen gibt es nicht.
Das Existenzgründungsportal nennt einen festen Anteil am Umsatz als mögliche Orientierung und weist darauf hin, dass Neueinsteiger in einen Markt mehr einplanen sollten als etablierte Anbieter. Für Gründer ist der Weg über die Maßnahmen meist praktischer:
- Ziel festlegen. Zum Beispiel: zehn Neukunden in den ersten drei Monaten.
- Maßnahmen auflisten. Was ist nötig, um dieses Ziel zu erreichen, etwa Website, Profil, Netzwerktermine, Anzeigen, Flyer?
- Kosten schätzen. Für jede Maßnahme Einmalkosten und laufende Kosten notieren, Angebote einholen.
- Mit dem Finanzplan abgleichen. Passt das Budget zu deiner Liquidität? Wenn nicht, Maßnahmen priorisieren.
- Kosten pro Kunde prüfen. Nach den ersten Wochen rechnest du aus, was dich ein Kunde über jeden Kanal gekostet hat.
Plane Marketingkosten von Anfang an in deinem Finanzplan ein. Viele Gründer setzen hier zu wenig an und wundern sich dann, warum die Umsätze langsamer kommen als geplant.
Wie sieht ein Marketingplan für die ersten 90 Tage aus?
Ein 90-Tage-Plan zerlegt deine Marketingziele in konkrete Aufgaben mit festen Terminen. Drei Monate sind lang genug, um Ergebnisse zu sehen, und kurz genug, um schnell nachzusteuern.
| Zeitraum | Schwerpunkt | Beispiele |
|---|---|---|
| Tag 1 bis 30 | Grundlagen schaffen | Positionierungssatz, Website oder Landingpage, Google-Unternehmensprofil, Visitenkarten, Liste mit 50 Kontakten aus dem Netzwerk |
| Tag 31 bis 60 | Sichtbar werden | Netzwerk informieren, erste Kooperationsgespräche, zwei Veranstaltungen besuchen, regelmäßige Beiträge auf einem Kanal |
| Tag 61 bis 90 | Auswerten und verstärken | Anfragen und Abschlüsse je Kanal auswerten, schwache Kanäle stoppen, starke Kanäle ausbauen, Empfehlungen aktiv erfragen |
Halte für jede Maßnahme fest, wer sie wann erledigt und woran du den Erfolg misst, etwa Anfragen, Termine oder Aufträge. Einmal im Monat schaust du auf die Zahlen und passt den Plan an. Wie dir KI bei Texten, Ideen und Planung helfen kann, zeigt der Ratgeber Marketing mit KI.
Wie passt der Marketingplan in deinen Businessplan?
Im Businessplan beschreibt der Marketingteil, wie du Zielgruppe, Angebot, Preis und Vertrieb aufeinander abstimmst. Prüfer bei Agentur für Arbeit, Jobcenter, fachkundiger Stelle oder Bank achten darauf, ob die Umsatzplanung zu den Marketingmaßnahmen passt.
- Zielgruppe und Markt: kurz und mit Zahlen aus deiner Marktanalyse.
- Positionierung und Preis: Warum du diesen Preis verlangen kannst, siehe Preiskalkulation.
- Kanäle und Maßnahmen: konkret, mit Zeitplan.
- Budget: identisch mit den Marketingkosten im Finanzplan.
- Kundengewinnung: Woher kommen die ersten Aufträge, gibt es schon Interessenten oder Absichtserklärungen?
Wenn du aus der Arbeitslosigkeit gründest, entscheidet ein schlüssiger Marketingteil mit darüber, ob Gründungszuschuss oder Einstiegsgeld bei Bewilligung fließen können. Welche Förderung für dich infrage kommt, zeigt dir der Fördercheck.
Marketing im Gründercoaching
Im AVGS Gründercoaching erarbeiten wir in Modul 6 Marketing und Kundengewinnung mit dir Zielgruppe, Positionierung, Kanäle und einen Plan für die ersten Monate. Ob ein Gutschein bewilligt wird, entscheidet die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter im Einzelfall. Ohne Gutschein kannst du dir gezielt Unterstützung im Marketing-Coaching holen. Sprich uns gern im kostenlosen Erstgespräch an.
Fragen dazu? Dein CoachMaria BieberCoach für Gründung und Positionierung
Maximilian Ossot, Mitgründer von Firmenkompass, verantwortet die Ratgeber-Redaktion und hat diesen Ratgeber fachlich geprüft. Die Inhalte stimmen wir mit unseren Coaches ab. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung; über Förderungen entscheiden Agentur für Arbeit und Jobcenter im Einzelfall.
Quellen
- Existenzgründungsportal des Bundes: Marketing planen
- Existenzgründungsportal des Bundes: Kunden
- Existenzgründungsportal des Bundes: Vertriebsmarketing
- Existenzgründungsportal des Bundes: Businessplan
- Förderdatenbank des Bundes: Teilnahme junger innovativer Unternehmen an internationalen Leitmessen in Deutschland
- § 7 UWG – Unzumutbare Belästigungen (Werbung per Telefon und E-Mail)
- § 5a UWG – Irreführung durch Unterlassen (Kennzeichnung kommerzieller Zwecke)
Kurz beantwortet
Was gehört in einen Marketingplan?
In einen Marketingplan gehören Zielgruppe, Positionierung, Ziele, Kanäle, Maßnahmen, Budget, Zeitplan und Erfolgskontrolle. Für Gründer reicht oft eine kompakte Fassung von wenigen Seiten. Wichtiger als der Umfang ist, dass die Maßnahmen konkret sind und zu deinem Finanzplan passen.
Wie viel Budget brauche ich für Marketing als Gründer?
Eine allgemeingültige Summe gibt es nicht, das Budget hängt von deinen Zielen, deiner Branche und den geplanten Maßnahmen ab. Laut Existenzgründungsportal kann ein fester Anteil am Umsatz als Orientierung dienen. Wer neu in einen Markt eintritt, sollte mehr einplanen als etablierte Anbieter.
Was ist der Unterschied zwischen Marketingplan und Marketingkonzept?
Das Marketingkonzept beschreibt die Strategie, also wen du mit welcher Botschaft erreichen willst. Der Marketingplan setzt diese Strategie in konkrete Maßnahmen mit Terminen, Verantwortlichen und Budget um. In der Praxis werden die Begriffe oft gemischt verwendet.
Brauche ich einen Marketingplan für den Businessplan?
Ja, Marketing und Vertrieb sind ein fester Teil jedes Businessplans. Agentur für Arbeit, Jobcenter, Banken und fachkundige Stellen wollen sehen, wie du an deine Kunden kommst. Die Kosten aus dem Marketingplan gehören außerdem in deinen Finanzplan.
Welche Marketingkanäle sind für Gründer am besten?
Am besten sind die Kanäle, auf denen deine Zielgruppe tatsächlich unterwegs ist und die du regelmäßig bespielen kannst. Für lokale Dienstleister sind oft Empfehlungen, das Google-Unternehmensprofil und Netzwerke stark, im B2B persönliche Kontakte und Fachveranstaltungen. Starte lieber mit zwei bis drei Kanälen und mach sie gut.
Gibt es Förderung für Messeauftritte?
Ja, der Bund fördert junge innovative Unternehmen bei der Teilnahme an Gemeinschaftsständen auf internationalen Leitmessen in Deutschland. Voraussetzungen und Konditionen stehen in der Förderdatenbank des Bundes. Einige Bundesländer haben eigene Messeprogramme.


Lass uns über dein Vorhaben sprechen.
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