Pitch Deck erstellen: So überzeugst du Investoren, Banken und Jurys
Ein Pitch Deck ist die Kurzfassung deines Vorhabens als Präsentation. Du brauchst es, wenn du Investoren ansprichst, dich bei einem Gründungswettbewerb bewirbst oder deine Bank auf einen Blick überzeugen willst. Hier erfährst du, welche Folien hineingehören, was die verschiedenen Zielgruppen sehen wollen, wie du die Zahlenfolie baust und wie du deine Idee schützt, wenn du das Deck verschickst.
Das Wichtigste in Kürze
- 25 %
- der Gründenden 2025 sehen sich selbst als Start-up
- 800.000 €
- typisches Erstinvestment des High-Tech Gründerfonds
- 3 Jahre
- höchstes Unternehmensalter für ein HTGF-Erstinvestment
- 15 %
- INVEST-Zuschuss für Business Angels
- 6 Monate
- Neuheitsschonfrist beim Gebrauchsmuster
- Was: eine kurze Präsentation deines Vorhabens, meist zehn bis zwölf Folien, die Interesse weckt und zum nächsten Gespräch führt.
- Für wen: Business Angels, Venture-Capital-Fonds, Gründungswettbewerbe, Hochschulprogramme und als Ergänzung im Bankgespräch.
- Kern: Problem, Lösung, Markt, Geschäftsmodell, Team, Zahlen, Kapitalbedarf.
- Zahlen: müssen aus deinem Finanzplan stammen. Fantasiewerte fallen bei der ersten Nachfrage auf.
- Vertraulichkeit: Echte Geheimnisse und unangemeldete Erfindungen gehören nicht ins Deck.
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Was ist ein Pitch Deck?
Ein Pitch Deck ist eine kurze Präsentation, mit der du dein Vorhaben Investoren, Jurys oder Geldgebern vorstellst, meist in zehn bis zwölf Folien. Es soll nicht alles erklären, sondern so viel Interesse wecken, dass dein Gegenüber den Businessplan lesen oder dich zum Gespräch einladen will.
Es gibt zwei Fassungen. Das Versand-Deck verschickst du per E-Mail, es muss ohne deine Stimme verständlich sein und enthält deshalb etwas mehr Text. Das Präsentations-Deck zeigst du live, es ist bildhafter und knapper, weil du selbst sprichst.
Nicht jede Gründung braucht ein Pitch Deck. Laut KfW-Gründungsmonitor 2026 würde zwar ein Viertel der Gründerinnen und Gründer ihre Gründung als Start-up bezeichnen. Nach den einschlägigen Merkmalen sind es aber nur etwa ein Viertel davon. Für eine Beraterin, einen Handwerksbetrieb oder ein Café ist der Businessplan das wichtigere Dokument. Das Deck lohnt sich, wenn du Beteiligungskapital suchst, dich bei Wettbewerben bewirbst oder deine Idee vor vielen Menschen präsentierst.
Was ist der Unterschied zu Businessplan und Elevator Pitch?
Der Elevator Pitch ist die gesprochene Ein-Minuten-Version, das Pitch Deck die visuelle Kurzfassung in Folien, der Businessplan das ausführliche Dokument mit allen Belegen. Alle drei erzählen dieselbe Geschichte, nur unterschiedlich tief.
| Format | Umfang | Zweck | Typischer Anlass |
|---|---|---|---|
| Elevator Pitch | 30 bis 60 Sekunden, gesprochen | Neugier wecken | Netzwerk, Messe, erstes Telefonat |
| Pitch Deck | zehn bis zwölf Folien plus Anhang | Interesse in ein Gespräch verwandeln | Investoren, Wettbewerb, Bank als Ergänzung |
| Businessplan | meist 15 bis 30 Seiten plus Finanzplan | Vorhaben belegen und prüfbar machen | Agentur für Arbeit, fachkundige Stelle, Bank, Förderbank |
Die richtige Reihenfolge beim Erstellen ist meist umgekehrt: Erst schreibst du den Businessplan mit Finanzplan, dann verdichtest du ihn zum Deck, zuletzt zum Elevator Pitch. So stimmen alle Zahlen überein.
Welche Folien gehören in ein Pitch Deck?
In ein Pitch Deck gehören die Folien, die die Fragen jedes Geldgebers beantworten: Welches Problem löst du, für wen, wie verdienst du Geld, warum gerade du, und was brauchst du? Bewährt hat sich diese Reihenfolge:
- Titel. Name, ein Satz zum Angebot, Kontakt.
- Problem. Welches konkrete Problem hat deine Zielgruppe, und wie groß ist es?
- Lösung. Was bietest du an, und warum löst es das Problem besser als heute?
- Produkt. Ein Bild, ein Screenshot oder ein kurzer Ablauf statt Text.
- Markt. Zielgruppe und Marktgröße, am besten von unten gerechnet: Wie viele Kunden erreichst du realistisch?
- Geschäftsmodell. Wer zahlt was, wie oft, zu welchem Preis?
- Wettbewerb. Wer löst das Problem heute, und was unterscheidet dich?
- Vertrieb und Marketing. Wie gewinnst du die ersten hundert Kunden?
- Stand und Meilensteine. Was ist erreicht (Prototyp, Kunden, Umsatz), was kommt als Nächstes?
- Team. Wer macht was, und warum seid ihr die Richtigen?
- Zahlen. Umsatz- und Ergebnisplanung, wichtigste Annahmen.
- Kapitalbedarf. Wie viel brauchst du, wofür, und was erreichst du damit?
Detailtabellen, Marktstudien oder Lebensläufe kommen in einen Anhang. Dann kannst du bei Nachfragen darauf zurückgreifen, ohne die Hauptpräsentation zu überladen. Für das Geschäftsmodell hilft dir das Business Model Canvas, für den Markt die Marktanalyse.
Was wollen Investoren, Banken und Wettbewerbe sehen?
Investoren wollen Wachstum und einen späteren Verkauf ihrer Anteile sehen, Banken die sichere Rückzahlung, Wettbewerbsjurys eine überzeugende, gut umsetzbare Idee. Passe die Schwerpunkte deshalb an dein Publikum an.
| Publikum | Worauf es ankommt | Was du betonst |
|---|---|---|
| Business Angels | Team, Marktchance, Beteiligung | Gründerteam, erste Kunden, Bewertung, Mitspracherechte |
| Venture Capital | großer Markt, schnelles Wachstum, Exit | Skalierbarkeit, Schutz der Technologie, Finanzierungsrunden |
| Bank, Förderbank | Kapitaldienstfähigkeit, Sicherheiten | Liquidität, realistische Umsätze, Eigenanteil, Erfahrung |
| Wettbewerb, Hochschulprogramm | Innovation, Machbarkeit, Wirkung | Neuheit, Prototyp, Team, nächste Schritte |
Ein Beispiel für die Maßstäbe öffentlicher Investoren ist der High-Tech Gründerfonds: Er investiert früh in Technologieunternehmen, die höchstens drei Jahre alt sind, sein „Sweet Spot“ für Erstinvestments liegt bei 800.000 Euro und mehr. Business Angels können über das Programm INVEST einen Erwerbszuschuss von 15 Prozent bekommen, wenn sie mindestens 10.000 Euro in ein Unternehmen investieren, das jünger als sieben Jahre ist. Mehr dazu in den Ratgebern Business Angel und Venture Capital. Gründest du aus einer Hochschule, lies den Ratgeber EXIST-Gründungsstipendium.
Bei der Bank ersetzt das Deck den Businessplan nicht, kann ihn aber gut einleiten. Wie du dich auf das Gespräch vorbereitest, steht im Ratgeber Bankgespräch vorbereiten.
Wie baue ich die Zahlenfolie?
Die Zahlenfolie zeigt auf einen Blick, wie sich Umsatz, Kosten und Ergebnis in den nächsten drei bis fünf Jahren entwickeln. Dazu gehören die Annahmen, auf denen das beruht. Sie muss sich vollständig aus deinem Finanzplan ableiten lassen.
- Wenige Kennzahlen: Umsatz, Rohertrag, Ergebnis und Liquidität je Jahr reichen. Die ausführliche Planung gehört in den Anhang.
- Annahmen offenlegen: Preis, Kundenzahl, Abschlussquote, Personalplan. Wer die Annahmen kennt, kann deine Zahlen nachvollziehen.
- Kapitalbedarf mit Verwendung: Wie viel brauchst du, wofür (Personal, Entwicklung, Marketing, Ausstattung), und für wie viele Monate reicht es?
- Bisherige Ergebnisse: Erste Umsätze, Kunden, Vorbestellungen oder Pilotprojekte wirken stärker als jede Prognose.
Wie du die Planung aufbaust, erklären die Ratgeber Finanzplan erstellen, Rentabilitätsvorschau und Break-even-Analyse.
Welche Fehler solltest du vermeiden?
Die häufigsten Fehler im Pitch Deck sind zu viel Text, unbelegte Zahlen und ein unklarer Kapitalbedarf. Wer die Folien überfrachtet, verliert sein Publikum, und wer übertreibt, verliert seine Glaubwürdigkeit.
- Textwüsten: Eine Kernaussage pro Folie, Überschrift als ganzer Satz.
- Riesenmarkt ohne Weg dorthin: „Ein Prozent eines Milliardenmarkts“ überzeugt niemanden. Rechne von deinen realistisch erreichbaren Kunden aus.
- „Keine Konkurrenz“: Es gibt immer Alternativen, und sei es, dass Kunden das Problem heute selbst lösen.
- Zahlen, die nicht zusammenpassen: Deck, Businessplan und Finanzplan müssen dieselben Werte zeigen.
- Kein konkreter Wunsch: Sag am Ende klar, was du willst: Betrag, Gespräch, Termin.
- Ein Deck für alle: Bank, Angel und Jury achten auf Unterschiedliches.
Wie schützt du deine Idee, wenn du das Pitch Deck verschickst?
Deine Idee schützt du vor allem dadurch, dass du echte Geheimnisse gar nicht erst ins Deck schreibst. Eine reine Geschäftsidee ist rechtlich kaum geschützt, Wert entsteht durch die Umsetzung.
- Geschäftsgeheimnisse: Als Geschäftsgeheimnis gilt eine Information nach § 2 GeschGehG nur, wenn du sie durch angemessene Geheimhaltungsmaßnahmen schützt. Verschickst du sie frei, kann dieser Schutz verloren gehen.
- Erfindungen: Ein Patent setzt Neuheit voraus. Was vor der Anmeldung öffentlich zugänglich war, zählt zum Stand der Technik (§ 3 PatG). Beim Gebrauchsmuster gilt eine Schonfrist von sechs Monaten für eigene Veröffentlichungen (§ 3 GebrMG). Melde technische Erfindungen deshalb an, bevor du sie zeigst. Mehr im Ratgeber Patent und Gebrauchsmuster.
- Geheimhaltungsvereinbarung: Viele Investoren unterschreiben für ein erstes Deck keine. Für spätere Gespräche mit tieferen Einblicken kann eine Vereinbarung sinnvoll sein. Lass sie von einer Anwältin oder einem Anwalt prüfen, Muster aus dem Internet passen selten.
- Kontrolle behalten: Verschick das Deck als PDF, nummeriere Versionen und notiere, wem du welche Fassung geschickt hast.
Auch Name und Logo solltest du früh sichern. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Markenschutz.
Wie hilft dir das Coaching beim Pitch Deck?
Ein gutes Pitch Deck entsteht aus einem guten Businessplan. Im AVGS Gründercoaching erarbeitest du im Modul 2: Businessplan Text deine Geschichte. Im Modul 4: Finanzierung klärst du Kapitalbedarf und passende Geldgeber. Daraus lässt sich das Deck schnell ableiten. Welche Förderung du nutzen kannst, zeigt dir der Fördercheck.
Ohne Gutschein kannst du deinen Plan im Businessplan-Coaching erarbeiten oder vor dem Bankgespräch im Businessplan-Check-up für die Bank prüfen lassen. Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, welcher Weg zu deinem Vorhaben passt. Ob ein Gutschein bewilligt wird, entscheidet die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter im Einzelfall.
Fragen dazu? Dein CoachMichael WildMitgründer, Seniorberater und Board Advisor
Maximilian Ossot, Mitgründer von Firmenkompass, verantwortet die Ratgeber-Redaktion und hat diesen Ratgeber fachlich geprüft. Die Inhalte stimmen wir mit unseren Coaches ab. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung; über Förderungen entscheiden Agentur für Arbeit und Jobcenter im Einzelfall.
Quellen
- KfW Research: KfW-Gründungsmonitor 2026 (Selbstverständnis als Start-up)
- High-Tech Gründerfonds (HTGF): Investitionskriterien und Sweet Spot
- BAFA – INVEST – Zuschuss für Wagniskapital
- exist – exist Gründungsstipendium, Programmseite
- Existenzgründungsportal des Bundes: Beteiligungskapital
- § 2 GeschGehG – Begriffsbestimmungen (Geschäftsgeheimnis, angemessene Geheimhaltungsmaßnahmen)
- § 3 PatG – Neuheit, Stand der Technik
- § 3 GebrMG – Neuheit, sechs Monate Schonfrist
Kurz beantwortet
Wie viele Folien hat ein Pitch Deck?
Ein Pitch Deck für den ersten Kontakt hat meist zehn bis zwölf Folien. Das reicht, um Problem, Lösung, Markt, Geschäftsmodell, Team, Zahlen und Kapitalbedarf zu zeigen. Details gehören in den Anhang oder in den Businessplan.
Was ist der Unterschied zwischen Pitch Deck und Businessplan?
Das Pitch Deck weckt Interesse, der Businessplan liefert die Belege. Das Deck zeigt dein Vorhaben in wenigen Folien, der Businessplan beschreibt es ausführlich mit vollständigem Finanzplan. Banken und Förderstellen verlangen in der Regel den Businessplan, Investoren wollen zuerst das Deck sehen.
Brauche ich ein Pitch Deck für den Gründungszuschuss oder den AVGS?
Nein, für den Gründungszuschuss oder einen AVGS brauchst du kein Pitch Deck. Die Agentur für Arbeit und die fachkundige Stelle prüfen deinen Businessplan mit Finanzplan. Ein kurzer Elevator Pitch hilft dir aber im Gespräch.
Welche Zahlen gehören ins Pitch Deck?
Ins Pitch Deck gehören dein Umsatz- und Ergebnisplan für drei bis fünf Jahre, deine wichtigsten Annahmen, der Kapitalbedarf und die geplante Mittelverwendung. Wenn vorhanden, zeigst du erste Umsätze, Kunden oder Vorbestellungen. Jede Zahl muss sich aus deinem Finanzplan ableiten lassen.
Soll ich vor dem Versenden eine Geheimhaltungsvereinbarung verlangen?
Für das erste Deck verlangen viele Investoren keine Geheimhaltungsvereinbarung und unterschreiben auch keine. Schreib deshalb nichts ins Deck, was ein echtes Betriebsgeheimnis ist. Technische Details zeigst du erst später, nach Schutzrechtsanmeldung oder mit Vereinbarung, die ein Anwalt geprüft hat.
Wie lange dauert ein Pitch?
Wie lange ein Pitch dauert, gibt der Anlass vor. Bei Wettbewerben und Investorentagen sind feste Redezeiten von wenigen Minuten üblich, oft mit anschließender Fragerunde. Halte dich strikt an die Vorgabe und übe mit Stoppuhr.
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Lass uns über dein Vorhaben sprechen.
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