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Eigenkapital und Fremdkapital: So finanzierst du deine Gründung solide

Eigenes oder geliehenes Geld: Diese Frage entscheidet mit darüber, ob die Bank deine Gründung finanziert und wie gut du schwache Monate überstehst. Hier erfährst du, worin sich Eigenkapital und Fremdkapital unterscheiden, wie du deine Eigenkapitalquote berechnest, was Banken erwarten und wie Sacheinlagen, Eigenleistung oder Mezzanine-Kapital zählen.

Das Wichtigste in Kürze

20 %
Eigenkapitalanteil, den das Existenz­gründungsportal möglichst nicht unterschreiten würde
25.000 €
Mindeststammkapital der GmbH
12.500 €
müssen bei der GmbH vor der Anmeldung mindestens eingezahlt sein
0 €
Eigenkapital verlangt die KfW beim StartGeld
  • Eigenkapital gehört dir, muss nicht zurückgezahlt werden und fängt Verluste auf.
  • Fremdkapital ist geliehen, kostet Zinsen und muss nach Plan getilgt werden.
  • Eigenkapitalquote = Eigenkapital geteilt durch Gesamtkapital mal 100.
  • Banken wollen einen sichtbaren Eigenanteil, auch wenn ein Förderprogramm keinen vorschreibt.
  • Sacheinlagen und Eigenleistung senken den Kapitalbedarf, sie zählen als Eigenbeitrag.
  • Mezzanine-Kapital wie Nachrangdarlehen oder stille Beteiligung stärkt die Haftungsbasis, ist aber teurer.

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Was ist der Unterschied zwischen Eigenkapital und Fremdkapital?

Eigenkapital gehört dem Unternehmen beziehungsweise seinen Eigentümern, es muss nicht zurückgezahlt werden. Fremdkapital ist geliehen und muss mit Zinsen zurückgezahlt werden. Daraus folgt alles Weitere: wer Verluste trägt, wer mitentscheidet und was die Finanzierung kostet.

MerkmalEigenkapitalFremdkapital
HerkunftErsparnisse, Sacheinlagen, Einlagen von Gesellschaftern, einbehaltene GewinneBankkredit, Förderkredit, Kontokorrent, Lieferantenkredit, privates Darlehen
Rückzahlungkeine Pflichtnach vereinbartem Plan
Kostenkeine Zinsen, aber Gewinnbeteiligung bei InvestorenZinsen und Gebühren, als Betriebsausgabe absetzbar
Haftungträgt Verluste zuerstGläubiger haben Anspruch auf Rückzahlung
Mitsprachebei Investoren: Anteile und Stimmrechtekeine Mitsprache, aber Auflagen im Kreditvertrag möglich

Das Existenz­gründungsportal des Bundes zählt zum Eigenkapital Ersparnisse, das Stamm- oder Grundkapital je nach Rechtsform, einbehaltene Gewinne und Privatvermögen, das du einbringst. Fremdkapital brauchen die meisten Gründer zusätzlich, weil die eigenen Mittel selten reichen.

Wie berechnest du die Eigenkapitalquote?

Die Eigenkapitalquote berechnest du, indem du das Eigenkapital durch das Gesamtkapital teilst und mit 100 multiplizierst. Das Gesamtkapital ist die Summe aus Eigen- und Fremdkapital, also dein gesamter Finanzierungsbedarf.

Wichtig: Eine hohe Quote ist kein Selbstzweck. Sie zeigt, wie gut dein Unternehmen Verluste abfedern kann. In der Bilanz einer GmbH oder UG regelt § 272 HGB, was als Eigenkapital ausgewiesen wird. Für die Planung reicht dir die einfache Rechnung oben.

Wie viel Eigenkapital erwarten Banken?

Eine feste Eigenkapitalquote, die alle Banken verlangen, gibt es nicht. Das Existenz­gründungsportal des Bundes rät aber, dass der Eigenkapitalanteil möglichst nicht unter 20 Prozent liegen sollte, eher darüber. Je mehr Eigenkapital du einsetzt, desto besser, heißt es dort.

Warum ist das der Bank so wichtig? Erstens trägst du mit eigenem Geld selbst ein Risiko. Das zeigt, dass du an dein Vorhaben glaubst. Zweitens fängt Eigenkapital Anlaufverluste auf, bevor der Kredit gefährdet ist. Drittens bleibt dir mehr Spielraum, wenn du später nachfinanzieren musst.

Förderprogramme sind hier teils großzügiger. Beim ERP-Gründerkredit StartGeld verlangt die KfW kein Eigenkapital, und sie übernimmt 80 % des Kreditrisikos der Bank. Die Hausbank entscheidet trotzdem selbst, ob sie den Kredit vergibt. Mehr dazu im Ratgeber KfW-Gründerkredit.

Zählen Sacheinlagen und Eigenleistung als Eigenkapital?

Ja, Sacheinlagen zählen als Eigenkapital, und Eigenleistung senkt deinen Kapitalbedarf. Beides solltest du in deinem Finanzplan sichtbar machen, weil es deinen Eigenbeitrag erhöht, ohne dass du Geld auf dem Konto haben musst.

Sacheinlagen

Sacheinlagen sind Gegenstände, die du aus deinem Privatvermögen in den Betrieb einbringst: ein Fahrzeug, Werkzeug, Maschinen, Computer oder Möbel. Bewerte sie realistisch mit dem Zeitwert und halte fest, was du eingebracht hast. Bei Einzelunternehmen und Personen­gesellschaften ist das formlos möglich.

In der GmbH gelten strenge Regeln: Gegenstand und Wert der Sacheinlage müssen im Gesellschaftsvertrag festgesetzt werden. Außerdem müssen die Gesellschafter in einem Sachgründungsbericht darlegen, warum der Wert angemessen ist (§ 5 Abs. 4 GmbHG). Das Mindeststammkapital beträgt 25.000 €, vor der Anmeldung müssen Geld- und Sacheinlagen zusammen mindestens 12.500 € erreichen (§ 7 Abs. 2 GmbHG). In der UG sind Sacheinlagen ausgeschlossen, das Stammkapital muss vor der Anmeldung voll in bar eingezahlt sein (§ 5a Abs. 2 GmbHG). Mehr in den Ratgebern GmbH gründen und UG gründen.

Eigenleistung

Eigenleistung ist Arbeit, die du selbst erbringst, statt sie zu bezahlen: den Laden renovieren, die Website bauen, Möbel aufbauen. Sie ist kein Geld, senkt aber den Kapitalbedarf. Ob und in welcher Höhe eine Bank sie anerkennt, entscheidet sie im Einzelfall. Plane sie deshalb realistisch und zeig, dass du die Arbeiten selbst kannst.

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Welche Arten von Fremdkapital gibt es?

Für Gründer sind vor allem Förderkredite, Bankkredite, der Kontokorrentrahmen und private Darlehen wichtig. Dazu kommen Lieferantenkredite, also Zahlungsziele, sowie Leasing als kreditähnliche Finanzierung.

  • Investitionskredit: Laut Existenz­gründungsportal mittel- bis langfristig ab zwölf Monaten Laufzeit, für Anlagevermögen wie Maschinen oder Fahrzeuge. Die Laufzeit sollte sich an der Nutzungsdauer orientieren.
  • Kontokorrent- oder Betriebsmittelkredit: kurzfristig bis zwölf Monate, Zinsen nur auf den genutzten Betrag. Faustregel des Existenz­gründungsportals: ein Monatsumsatz als Rahmen.
  • Förderkredit: zinsgünstige Programme von KfW und Landesförderbanken, beantragt über die Hausbank.
  • Privates Darlehen: Geld von Familie oder Freunden. Rechtlich Fremdkapital, schriftlich vereinbaren.
  • Lieferantenkredit: Zahlungsziel beim Einkauf. Bequem, aber oft teuer, wenn du dafür auf Skonto verzichtest.

Wie du an einen Bankkredit kommst, erklärt der Ratgeber Kredit für Gründer. Worauf es im Gespräch ankommt, zeigt der Ratgeber Bankgespräch vorbereiten. Den Überblick über alle Finanzierungsformen gibt der Ratgeber Finanzierung der Gründung.

Was ist Mezzanine-Kapital?

Mezzanine-Kapital ist eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapital. Rechtlich ist es meist geliehen, wirtschaftlich steht es dem Eigenkapital nahe, weil es im Ernstfall erst nach den anderen Gläubigern bedient wird.

Typische Formen sind Nachrangdarlehen, stille Beteiligungen und Gesellschafterdarlehen. Darlehen von Gesellschaftern einer GmbH sind im Insolvenzverfahren grundsätzlich nachrangig (§ 39 Abs. 1 Nr. 5 InsO). Laut Existenz­gründungsportal bieten unter anderem die Mittelständischen Beteiligungs­gesellschaften der Länder stille Beteiligungen an. Für Innovationsvorhaben nennt das Portal außerdem das Programm ERP-Mezzanine für Innovation, ein Paket aus klassischem Darlehen und Nachrangdarlehen.

Für die meisten kleinen Gründungen ist Mezzanine-Kapital noch kein Thema. Es wird interessant, wenn du wachsen willst, die Bank aber mehr Haftungskapital sehen möchte. Weil der Geldgeber mehr Risiko trägt, ist es teurer als ein normaler Kredit. Lass dir solche Verträge immer rechtlich prüfen.

Wenn du aus der Arbeitslosigkeit gründest

Wenn du aus der Arbeitslosigkeit gründest, ist dein Eigenkapital oft knapp. Zuschüsse können dann deinen Lebensunterhalt sichern, sodass deine Ersparnisse im Betrieb bleiben. Mit Arbeitslosengeld und mindestens 150 Tagen Restanspruch kommt der Gründungszuschuss nach § 93 SGB III infrage. Beziehst du Grundsicherung (früher Bürgergeld), kann das Jobcenter Einstiegsgeld zahlen. Beide Leistungen gibt es nur bei Bewilligung im Einzelfall.

Vorbereiten kannst du deine Gründung mit dem AVGS Gründercoaching. Die Kosten trägt bei Bewilligung die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter.

Eigenkapital und Finanzierung im Coaching planen

In Modul 4 Finanzierung des AVGS Gründercoachings rechnest du gemeinsam mit deinem Coach aus, wie viel Kapital du brauchst und wie viel davon du selbst einbringst. Außerdem klären wir, welche Sacheinlagen zählen und welche Kredite passen. Ob ein Gutschein bewilligt wird, entscheidet die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter im Einzelfall.

Ist dein Businessplan schon fertig, prüft der Businessplan Check-Up Bank, ob deine Finanzierung aus Sicht einer Bank schlüssig ist. Lass uns im kostenlosen Erstgespräch über deine Finanzierung sprechen. Diese Seite ersetzt keine Steuer-, Finanz- oder Rechtsberatung.

Elena PlinerFragen dazu? Dein CoachElena PlinerCoach für Zahlen und Controlling
Maximilian Ossot

Maximilian Ossot, Mitgründer von Firmenkompass, verantwortet die Ratgeber-Redaktion und hat diesen Ratgeber fachlich geprüft. Die Inhalte stimmen wir mit unseren Coaches ab. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung; über Förderungen entscheiden Agentur für Arbeit und Jobcenter im Einzelfall.

Kurz beantwortet

Was ist der Unterschied zwischen Eigenkapital und Fremdkapital?

Eigenkapital ist Geld, das dir oder den Gesellschaftern gehört und nicht zurückgezahlt werden muss. Fremdkapital ist geliehen, etwa als Bankkredit, und muss mit Zinsen zurückgezahlt werden. Eigenkapital trägt Verluste zuerst, Fremdkapitalgeber haben einen Anspruch auf Rückzahlung.

Wie viel Eigenkapital erwarten Banken von Gründern?

Eine feste Quote, die alle Banken verlangen, gibt es nicht. Das Existenz­gründungsportal des Bundes rät, dass der Eigenkapitalanteil möglichst nicht unter 20 Prozent liegen sollte. Jede Bank entscheidet selbst, wie viel Eigenanteil sie für dein Vorhaben erwartet.

Kann ich ohne Eigenkapital gründen?

Ja, ohne Eigenkapital zu gründen ist möglich, aber schwerer. Beim ERP-Gründerkredit StartGeld verlangt die KfW kein Eigenkapital, die Hausbank entscheidet aber selbst über die Vergabe. Ein kleiner eigener Beitrag, auch als Sacheinlage, verbessert deine Chancen.

Zählen Sacheinlagen als Eigenkapital?

Ja, Sacheinlagen wie ein Fahrzeug, Werkzeug oder Computer zählen als Eigenkapital, wenn sie betrieblich genutzt werden. In der GmbH müssen sie im Gesellschaftsvertrag festgesetzt und in einem Sachgründungsbericht begründet werden. In der UG sind Sacheinlagen ausgeschlossen.

Ist ein Darlehen von Familie oder Freunden Eigenkapital?

Nein, ein Darlehen von Familie oder Freunden ist rechtlich Fremdkapital, weil es zurückgezahlt werden muss. Banken können es wie Eigenkapital werten, wenn es nachrangig ist und lange läuft. Halte die Bedingungen deshalb schriftlich fest.

Was ist Mezzanine-Kapital?

Mezzanine-Kapital ist eine Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital, zum Beispiel ein Nachrangdarlehen oder eine stille Beteiligung. Es wird im Insolvenzfall erst nach den anderen Gläubigern bedient und stärkt so die Haftungsbasis. Dafür ist es teurer als ein normaler Kredit.

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