Firmenkompass

Laden eröffnen: Was du im Einzelhandel beachten musst

Ein eigener Laden ist für viele der Traum von der Selbstständigkeit mit festem Ort und Stammkunden. Hier erfährst du, was du anmelden musst, was für Öffnungszeiten, Kasse und Preisschilder gilt, worauf du beim Gewerbemietvertrag achtest und welche Förderung infrage kommt.

Das Wichtigste in Kürze

30 Tage
Bezugszeitraum für den niedrigsten Preis bei Rabattangaben
1 Monat
Frist für die Meldung einer elektronischen Kasse
1 Jahr
Mietverträge mit längerer Laufzeit brauchen Textform
24.500 €
Freibetrag bei der Gewerbe­steuer
  • Gewerbe: Ein Laden ist ein Handelsgewerbe. Du meldest ihn beim Gewerbeamt an (§ 14 GewO) und wirst Mitglied der IHK.
  • Öffnungszeiten: Die Ladenöffnung regelt jedes Bundesland selbst.
  • Kasse: Eine elektronische Kasse braucht eine TSE und wird dem Finanzamt gemeldet.
  • Preise: Preisschilder, Grundpreis und bei Rabatten der niedrigste Preis der letzten 30 Tage.
  • Verpackung: Seit dem 12. August 2026 gelten neue Regeln. Wer verpackte Ware in Verkehr bringt, registriert sich kostenlos im Register LUCID.

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Inhalt dieser Seite

Was brauchst du, um einen Laden zu eröffnen?

Für einen Laden brauchst du in den meisten Fällen nur die Gewerbeanmeldung, die steuerliche Erfassung beim Finanzamt und die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft. Einzelhandel ist ein Gewerbe, kein freier Beruf. Mit der Anmeldung wirst du automatisch Mitglied der IHK. Ob du für dein Sortiment zusätzliche Erlaubnisse oder Nachweise brauchst, hängt von der Ware ab.

  • Gewerbeanmeldung beim Gewerbe- oder Ordnungsamt (§ 14 GewO)
  • Fragebogen zur steuerlichen Erfassung über ELSTER
  • Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft binnen einer Woche (§ 192 SGB VII)
  • Bei Lebensmitteln: Registrierung bei der Lebensmittelüberwachung (Art. 6 Abs. 2 VO (EG) Nr. 852/2004)
  • Bei verpackter Ware: Registrierung im Verpackungsregister LUCID, falls du als Hersteller giltst
  • Bei Nutzungsänderung der Räume: Rücksprache mit dem Bauamt, ob nach der Landesbauordnung eine Genehmigung nötig ist

Für bestimmte Waren gelten Sonderregeln, etwa frei verkäufliche Arzneimittel, Waffen, Pflanzenschutzmittel oder Alkohol sowie Tabak mit den Altersgrenzen des Jugendschutzgesetzes. Ob du für dein Sortiment Sachkunde oder eine Erlaubnis brauchst, klärst du mit deiner IHK oder dem Gewerbeamt.

Wie lange darf dein Laden öffnen?

Die Ladenöffnungszeiten regelt jedes Bundesland in einem eigenen Gesetz. In Ländern ohne eigenes Gesetz gilt weiter das Ladenschlussgesetz des Bundes: Verkaufsstellen müssen dort sonntags, an Feiertagen und werktags vor 6 Uhr sowie ab 20 Uhr geschlossen sein (§ 3 LadSchlG). Die meisten Länder erlauben werktags längere Öffnung, teils rund um die Uhr. Verkaufsoffene Sonntage regelt das Ladenöffnungsrecht deines Bundeslandes, Auskunft gibt deine Gemeinde.

Preisangaben: Was auf dem Schild stehen muss

Wer Verbrauchern Waren anbietet, gibt den Gesamtpreis inklusive Umsatzsteuer an (§ 3 PAngV). Waren, die Kunden sehen oder selbst aus dem Regal nehmen können, zeichnest du mit Preisschildern oder Beschriftung aus, auch im Schaufenster (§ 10 PAngV). Verkaufst du Ware nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche, kommt der Grundpreis dazu, etwa pro Kilo oder Liter (§ 4 PAngV). Kleine Geschäfte mit überwiegend bedienter Warenausgabe sind davon teils befreit. Gibst du einen Rabatt bekannt, musst du den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage vor der Ermäßigung nennen (§ 11 PAngV).

Verpackungen: neue Regeln seit August 2026

Seit dem 12. August 2026 gelten die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) und das deutsche Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG). Wer in Deutschland als Hersteller für Verpackungen verantwortlich ist, muss im Verpackungsregister LUCID der Zentralen Stelle registriert sein. Die Registrierung ist kostenlos. Für einen Laden betrifft das vor allem eigene Tragetaschen, Geschenkverpackungen, Versandkartons und selbst abgefüllte Ware. Serviceverpackungen kannst du nach Angaben der Zentralen Stelle auch bereits lizenziert beim Großhandel einkaufen. Welche Pflichten für deinen Laden konkret gelten, beantwortet die Zentrale Stelle Verpackungsregister. Verkaufst du auch online, kommen Versandverpackungen hinzu.

Worauf achtest du beim Gewerbemietvertrag?

Beim Gewerbemietvertrag hast du deutlich weniger Schutz als bei einer Wohnung, deshalb lohnt es sich, ihn vor der Unterschrift prüfen zu lassen. Ein Mietvertrag über Gewerberäume mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr muss in Textform geschlossen werden, sonst gilt er als auf unbestimmte Zeit geschlossen (§ 578 Abs. 1 BGB). Achte auf Laufzeit und Verlängerungsoptionen, Indexmiete, Nebenkosten, Renovierungspflichten, Konkurrenzschutz im Haus. Kläre außerdem, ob dein Sortiment ausdrücklich erlaubt ist. Für Gründerinnen und Gründer ist eine kürzere Erstlaufzeit mit Option oft sicherer als ein langer Festvertrag. Lass dir Zusagen des Vermieters schriftlich geben.

Welche Rechtsform passt für einen Laden?

Die meisten Läden starten als Einzelunternehmen, weil Gründung und Buchhaltung einfach sind. Du haftest dann persönlich, etwa für Miete und Lieferantenrechnungen. Gründest du zu zweit, entsteht automatisch eine GbR. Bei großem Warenlager, Personal oder einem langen Mietvertrag kann eine UG oder GmbH die Haftung begrenzen, Vermieter verlangen dann aber oft eine persönliche Bürgschaft. Alle Formen im Vergleich findest du im Rechtsformen-Vergleich.

Was kostet es, einen Laden zu eröffnen?

Die Kosten hängen stark von Lage, Größe sowie Sortiment ab, den größten Block machen meist Warenlager und Einrichtung aus. Die Rechnung zeigt typische Posten für einen kleinen Fachhandel.

Deine eigenen Zahlen setzt du in den Gründungskosten-Rechner ein. Im Handel bindet das Warenlager viel Geld, bevor der erste Umsatz kommt. Ein Liquiditätsplan für zwölf Monate zeigt dir, wann es eng werden kann.

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Welche Versicherungen brauchst du für einen Laden?

Pflicht ist die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft binnen einer Woche nach Beginn (§ 192 SGB VII), für den Einzelhandel ist das in der Regel die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW). Die Zuordnung richtet sich nach der Art der Ware. Sie versichert Beschäftigte, für dich selbst ist der Schutz meist freiwillig. Mehr im Ratgeber Berufsgenossenschaft.

Nicht vorgeschrieben, aber im Handel üblich sind eine Betriebshaftpflicht, falls ein Kunde im Laden stürzt, eine Inhaltsversicherung für Ware und Einrichtung sowie eine Betriebs­unterbrechungs­versicherung. Importierst du Ware selbst oder verkaufst Eigenmarken, prüfe die Produkthaftpflicht. Für dich persönlich brauchst du eine Krankenversicherung. Den Überblick gibt der Ratgeber Versicherungen für Selbstständige.

Welche Steuern zahlt ein Laden?

Ein Laden zahlt Umsatzsteuer, Einkommensteuer und ab einem Gewerbeertrag über 24.500 € Gewerbesteuer (§ 11 GewStG). Der Regelsteuersatz beträgt 19 %, der ermäßigte Satz von 7 % gilt nur für bestimmte Waren wie viele Lebensmittel oder Bücher (§ 12 UStG). Bei gemischtem Sortiment muss deine Kasse jeden Artikel dem richtigen Satz zuordnen.

Die Kleinunternehmerregelung gilt, solange dein Umsatz im Vorjahr 25.000 € nicht überschritten hat und im laufenden Jahr 100.000 € nicht überschreitet (§ 19 UStG). Im Handel mit hohem Wareneinsatz ist das oft nachteilig, weil du keine Vorsteuer aus dem Wareneinkauf ziehen kannst. Mehr dazu im Ratgeber Umsatzsteuer für Gründer.

Wie gewinnst du Kunden für deinen Laden?

Kunden gewinnst du im Laden über Lage, Schaufenster, Beratung und ein Sortiment, das sich von großen Ketten abhebt. Prüfe vor der Anmietung die Passantenfrequenz zu deinen Öffnungszeiten und welche Geschäfte in der Nachbarschaft Kunden anziehen. Veranstaltungen im Laden, Kooperationen mit Nachbargeschäften und ein Newsletter für Stammkunden schaffen Anlässe zum Wiederkommen. Halte deinen Eintrag in Kartendiensten aktuell. Viele Läden verkaufen zusätzlich online, um die Reichweite zu erhöhen. Wie du das planst, erarbeitest du in Modul 6 Marketing und Kundengewinnung, den Webauftritt in Modul 7 Website, einen ergänzenden Shop in Modul 8 Onlineshop.

Weitere Ideen für Laufkundschaft, Google-Profil und Stammkunden stehen im Ratgeber Kunden gewinnen in Gastronomie und Einzelhandel.

Welche Förderung gibt es für die Ladengründung?

Wenn du aus der Arbeitslosigkeit gründest, kannst du dich mit dem AVGS Gründercoaching bei Bewilligung kostenfrei auf die Eröffnung vorbereiten. Mit Arbeitslosengeld und mindestens 150 Tagen Restanspruch kommt der Gründungszuschuss infrage (§ 93 SGB III), in der Grundsicherung (früher Bürgergeld) das Einstiegsgeld (§ 16b SGB II). Agentur und Jobcenter entscheiden im Einzelfall.

Für Einrichtung und Warenlager bietet die KfW den ERP-Gründerkredit StartGeld mit bis zu 200.000 € an, davon bis zu 80.000 € für Betriebsmittel. Die Konditionen stehen tagesaktuell auf der Produktseite der KfW. Programme deines Landes findest du in der Förderdatenbank, einen schnellen Überblick im Fördercheck.

Welche Module des AVGS Gründercoachings passen?

Für einen Laden entscheiden Standort, Sortiment und Liquidität über den Erfolg. In Modul 1 prüfen wir Idee und Lage. In Modul 3 Businessplan Zahlen rechnest du Wareneinsatz, Miete und Mindestumsatz. Modul 4 Finanzierung bereitet Kredit und Warenfinanzierung vor, Modul 5 Unternehmensorganisation klärt Anmeldungen, Kasse, Preisangaben sowie Verpackungsregister. Ein passender Coach für Gründung, Finanzierung und Vertrieb ist zum Beispiel:

Ob ein Gutschein bewilligt wird, entscheidet die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter im Einzelfall. Sprich mit uns im kostenlosen Erstgespräch über deinen Laden. Diese Seite ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

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Maximilian Ossot

Maximilian Ossot, Mitgründer von Firmenkompass, verantwortet die Ratgeber-Redaktion und hat diesen Ratgeber fachlich geprüft. Die Inhalte stimmen wir mit unseren Coaches ab. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung; über Förderungen entscheiden Agentur für Arbeit und Jobcenter im Einzelfall.

Kurz beantwortet

Brauche ich eine Erlaubnis, um einen Laden zu eröffnen?

Für die meisten Läden reicht die Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt. Für bestimmte Waren wie Arzneimittel oder Waffen gelten Sonderregeln, die du vorab mit der IHK klärst. Verkaufst du Lebensmittel, registrierst du dich zusätzlich bei der Lebensmittelüberwachung.

Wie lange darf mein Laden öffnen?

Die Öffnungszeiten regelt jedes Bundesland in einem eigenen Ladenöffnungsgesetz. Sonntags müssen Läden in der Regel geschlossen bleiben, Ausnahmen gibt es für verkaufsoffene Sonntage und bestimmte Waren. Frag beim Ordnungsamt nach, was in deiner Stadt gilt.

Muss ich eine Registrierkasse haben?

Nein, eine elektronische Kasse ist keine Pflicht, eine offene Ladenkasse ist erlaubt. Nutzt du eine elektronische Kasse, braucht sie eine TSE, jeder Kunde bekommt einen Beleg angeboten, und du meldest sie innerhalb eines Monats über ELSTER.

Muss ich mich im Verpackungsregister anmelden?

Ja, wenn du verpackte Ware in Deutschland in Verkehr bringst, für die du Verantwortung als Hersteller trägst, etwa eigene Verpackungen oder Versandkartons. Seit dem 12. August 2026 gelten dafür die EU-Verpackungsverordnung und das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz. Die Registrierung im Register LUCID ist kostenlos.

Was muss beim Rabatt auf dem Preisschild stehen?

Wenn du eine Preisermäßigung bekannt gibst, musst du den niedrigsten Preis angeben, den du in den letzten 30 Tagen vor der Ermäßigung verlangt hast (§ 11 PAngV). So sollen Mondpreise verhindert werden.

Welche Förderung gibt es für einen Laden?

Aus der Arbeitslosigkeit kommen bei Bewilligung das AVGS Gründercoaching, der Gründungszuschuss oder das Einstiegsgeld infrage. Für Einrichtung und Warenlager gibt es Förderkredite der KfW und der Länder. Die zuständige Stelle entscheidet im Einzelfall.

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